Weihnachtsbasteln mit Kindern: Karten und Christbaumschmuck

Benötigte Materialien:

Für die fünf Weihnachtskarten:

  • Tonkarton oder dickes Papier ab 200 g, in A5 gefaltet – oder fertige Faltkarten mit Umschlag
  • Fingerfarbe nach DIN EN 71-7 – das ist die Norm, die speziell für Fingerfarben gilt. Sie steht auf der Verpackung.
  • Ein flacher Teller als Farbpalette, eine Schüssel mit warmem Wasser, ein Handtuch
  • Weißer und goldener Gelstift oder ein feiner Filzstift
  • Strohhalme (für die Pustebilder)
  • Ein Korken und eine Kartoffel (für die Stempelkarten)
  • Kindersichere Schere, Klebestift

Für den Salzteig-Christbaumschmuck:

  • 200 g Mehl (2 Tassen)
  • 100 g Salz (1 Tasse), feines Salz lässt sich besser kneten als grobes
  • 100 ml lauwarmes Wasser (1 Tasse)
  • 1 Esslöffel Speiseöl
  • Ausstechformen: Sterne, Herzen, Tannenbäume
  • Ein Nudelholz und Backpapier
  • Ein Trinkhalm zum Lochen
  • Acrylfarben oder Fingerfarbe zum Bemalen, Pinsel
  • Geschenkband oder Bäckergarn, in 20 cm lange Stücke geschnitten
  • Optional: Klarlack auf Wasserbasis oder Haarspray zum Versiegeln

Für die drei Zusatzideen: Buchseiten oder Notenpapier, Klopapierrollen, eine Orange, Zahnstocher.

Anleitung:
Bastelergebnis - Weihnachtsbasteln mit Kindern: Karten und Christbaumschmuck

Weihnachtsbasteln mit Kindern scheitert selten an den Ideen und fast immer an zwei Dingen: Die Karte soll verschickt werden, bevor die Post überlastet ist, und der Baumschmuck muss trocken sein, bevor der Baum steht. Diese Anleitung ist deshalb nach Zeit sortiert, nicht nach Schwierigkeit. Fünf Karten gelingen an einem Nachmittag, der Salzteigschmuck braucht zwei Tage – aber nur zwanzig Minuten davon seid ihr beschäftigt.

Der Zeitplan: was wann dran ist

Heiligabend fällt 2026 auf Donnerstag, den 24. Dezember, der Nikolaus kommt am Sonntag, dem 6. Dezember, der 1. Advent ist am 29. November.

Mitte NovemberKarten basteln. Wer sie ins Ausland schickt, sollte sie bis Ende November abschicken.
Ende NovemberSalzteig anrühren und ausstechen. Zwei Tage Trockenzeit einplanen.
Anfang DezemberAnhänger bemalen. Farbe über Nacht durchtrocknen lassen, dann versiegeln.
Mitte DezemberBaum schmücken. Jetzt sind alle Anhänger fertig – und die Kinder wissen genau, welcher ihrer ist.

Teil 1: Fünf Weihnachtskarten mit Fingerfarbe

Alle fünf funktionieren ab zwei Jahren, weil das Kind nichts schneiden und nichts genau treffen muss. Deckt den Tisch mit alter Zeitung ab, stellt die Wasserschüssel neben den Arbeitsplatz und zieht den Kindern alte T-Shirts an. Fingerfarbe geht aus Baumwolle meistens wieder heraus, aus Wolle nicht.

1. Die Fingerabdruck-Lichterkette – ab 2 Jahren

  1. Zieht mit einem schwarzen Stift eine lockere Wellenlinie quer über die Karte. Das ist das Kabel.
  2. Das Kind tupft mit den Fingerspitzen bunte Abdrücke unter die Linie – jeder Abdruck ist eine Glühbirne. Drei Farben reichen, mehr wird matschig.
  3. Trocknen lassen. Das dauert bei Fingerfarbe etwa 20 Minuten.
  4. Zum Schluss malt ein Erwachsener kurze Striche von der Linie zu jeder Birne und oben eine kleine Fassung. Fertig.

2. Der Tannenbaum aus dem Handabdruck – ab 2 Jahren

  1. Streicht die Handfläche des Kindes mit grüner Fingerfarbe ein. Mit dem Pinsel geht das besser als mit dem Teller, weil es gleichmäßiger wird.
  2. Drei Abdrücke übereinander, der oberste am kleinsten – dafür die Finger beim obersten enger zusammenhalten. Das ergibt den Baum.
  3. Hände sofort waschen, sonst steht gleich alles voll.
  4. Nach dem Trocknen einen Stern aus Goldpapier aufkleben und mit dem Gelstift Kugeln auftupfen.

Für Großeltern: Schreibt das Datum und das Alter des Kindes klein auf die Rückseite. Das ist der Grund, warum diese Karten Jahrzehnte überleben.

3. Das Rentier aus dem Fußabdruck – ab 1 Jahr

  1. Braune Farbe auf die Fußsohle, ein Abdruck mittig auf die Karte. Die Ferse zeigt nach oben – sie wird zur Schnauze.
  2. Die beiden Handabdrücke des Kindes in Braun links und rechts oben dazusetzen: das sind die Geweihe.
  3. Trocknen lassen, dann zwei Wackelaugen und eine rote Nase aufkleben.

Bei ganz kleinen Kindern zu zweit arbeiten: Einer hält das Kind, einer führt den Fuß. Allein wird das ein Streifen statt eines Abdrucks.

4. Pustebild-Schneeflocken – ab 4 Jahren

  1. Verdünnt weiße Fingerfarbe mit etwas Wasser, bis sie tropft wie Sahne.
  2. Gebt mit einem Löffel einen Klecks auf blauen oder dunkelgrauen Tonkarton.
  3. Das Kind pustet den Klecks mit einem Strohhalm auseinander – es entstehen verästelte Formen wie Eisblumen.
  4. Wichtig: vorher üben, dass man pustet und nicht saugt. Am besten schneidet ihr den Strohhalm kurz, dann klappt das zuverlässiger.

5. Stempelkarten mit Korken und Kartoffel – ab 3 Jahren

  1. Ein Erwachsener halbiert eine Kartoffel und schneidet mit einem Ausstecher einen Stern hinein: Ausstecher tief eindrücken, dann die Kartoffel ringsherum abschneiden, bis der Stern erhaben stehen bleibt.
  2. Die Schnittfläche kurz auf Küchenpapier trocken tupfen, sonst verläuft die Farbe.
  3. Farbe mit dem Pinsel auf den Stempel streichen, nicht eintauchen – so wird der Abdruck sauber.
  4. Der Korken stempelt Kugeln und Schneebälle. Kinder können beliebig viele Karten hintereinander bedrucken, das ist der Vorteil dieser Technik.

Wer noch mehr Papiertechniken sucht: Unsere Papierblumen-Girlande lässt sich in Weiß und Silber gut als Winterdeko umdeuten.

Teil 2: Christbaumschmuck aus Salzteig

Salzteig ist das Material, das alles kann, was Knete kann – und am Ende hart wird. Er kostet fast nichts, und die Zutaten stehen schon im Schrank.

Das Rezept

Die Mengen merkt man sich als 2 : 1 : 1 – zwei Teile Mehl, ein Teil Salz, ein Teil Wasser.

  1. Mehl und Salz in einer Schüssel trocken vermischen. Diesen Schritt können schon Zweijährige übernehmen.
  2. Lauwarmes Wasser und das Öl dazugeben und mindestens fünf Minuten kräftig kneten. Der Teig muss glatt sein und darf nicht mehr an den Fingern kleben. Klebt er noch, löffelweise Mehl nachgeben; bröselt er, teelöffelweise Wasser.
  3. Den Teig auf Backpapier etwa einen halben Zentimeter dick ausrollen. Dünner bricht beim Aufhängen, dicker trocknet nicht richtig durch.
  4. Formen ausstechen und mit dem Backpapier auf ein Blech ziehen – nicht einzeln anheben, dann verziehen sie sich.
  5. Jetzt das Loch stechen, mit einem Trinkhalm, etwa einen Zentimeter vom Rand entfernt. Das ist der Schritt, den alle vergessen. Nach dem Trocknen geht kein Loch mehr hinein, ohne dass der Anhänger bricht.

Trocknen: zwei Wege

  • An der Luft (empfohlen): zwei bis drei Tage an einem warmen Ort liegen lassen, täglich einmal wenden, damit sich die Anhänger nicht wölben. Kostet nichts außer Geduld und gibt die schönsten Ergebnisse.
  • Im Backofen: zwei bis drei Stunden bei höchstens 50 bis 60 °C Umluft, mit einem Holzlöffel in der Ofentür, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Wird es heißer, wirft der Teig Blasen und bräunt. Der Ofen ist Erwachsenensache – auch bei niedriger Temperatur sind Blech und Tür heiß.

Fertig ist ein Anhänger, wenn er sich beim Anklopfen hart anfühlt und auf der Unterseite nicht mehr kühl ist.

Bemalen und haltbar machen

  1. Erst grundieren, wenn ihr wollt: eine Schicht weiße Acrylfarbe lässt alle weiteren Farben leuchten.
  2. Die Kinder bemalen die Anhänger. Acrylfarbe deckt besser, Fingerfarbe ist für kleine Kinder angenehmer – sie muss dann aber unbedingt versiegelt werden, sonst färbt sie ab.
  3. Über Nacht durchtrocknen lassen.
  4. Versiegeln: Klarlack auf Wasserbasis mit dem Pinsel oder zwei dünne Schichten Haarspray aus etwa 30 Zentimetern Abstand. Sprühen macht ein Erwachsener, draußen oder am offenen Fenster, ohne Kinder im Raum. Die Versiegelung ist nicht Kosmetik: Unversiegelter Salzteig zieht Luftfeuchtigkeit und wird in einem feuchten Winter weich.
  5. Band durchziehen, Knoten, fertig.

Sicherheitshinweis Salzteig: Salzteig sieht aus wie Plätzchenteig und ist es ausdrücklich nicht. In einer Portion stecken rund 100 g Salz – für kleine Kinder und für Hunde ist das eine gefährliche Menge. Sagt es vorher deutlich, lasst Kinder unter drei Jahren nicht unbeaufsichtigt damit arbeiten und räumt Reste sofort weg. Fertige Anhänger gehören an den Baum, nicht in Reichweite des Hundes.

Drei Anhänger ganz ohne Teig

  • Sterne aus Klopapierrollen: Eine Rolle flach drücken und in etwa 1,5 cm breite Ringe schneiden – es entstehen Blätter. Sechs Blätter mit der Spitze nach innen zu einem Stern kleben, trocknen lassen, mit Gold bemalen. Dauert zehn Minuten und kostet nichts.
  • Sterne aus Buchseiten: Aus alten Buch- oder Notenseiten quadratische Stücke falten und zu einem Faltstern zusammenstecken. Gut für Kinder ab acht, die sauber falten können.
  • Getrocknete Orangenscheiben: Eine Orange in 5 mm dünne Scheiben schneiden (Erwachsener), auf Backpapier legen und bei 80 °C Umluft drei bis vier Stunden trocknen, stündlich wenden. Riecht großartig und hält den ganzen Advent. Die Scheiben sind essbar, schmecken aber sehr bitter – also lieber nur aufhängen.

Häufige Fehler und wie ihr sie vermeidet

  1. Der Salzteig wird nicht hart. Zu dick ausgerollt oder zu früh aus dem Ofen. Einfach zurück auf die Heizung legen – Salzteig lässt sich beliebig nachtrocknen.
  2. Der Anhänger bricht am Loch. Das Loch saß zu nah am Rand. Mindestens ein Zentimeter Abstand.
  3. Die Farbe blättert ab. Es fehlt die Versiegelung. Auch ohne Lack hilft eine Schicht Haarspray.
  4. Die Karte wellt sich. Zu nasse Farbe auf zu dünnem Papier. Ab 200 g Karton passiert das nicht mehr; eine schon gewellte Karte legt ihr über Nacht unter einen Stapel Bücher.
  5. Der Handabdruck wird ein Fleck. Zu viel Farbe. Dünn mit dem Pinsel auftragen und das Kind kurz und fest drücken lassen, nicht wischen.
  6. Alles am selben Tag machen wollen. Karten und Salzteig an einem Nachmittag ist einer zu viel. Die Trockenzeiten machen daraus ohnehin zwei Termine – plant sie gleich so.

Wenn zwischendurch Ruhe einkehren soll

Zwischen zwei Trockenphasen ist Ausmalen die beste Beschäftigung: Es geht sofort los, es kleckert nicht, und die fertigen Bilder lassen sich als Geschenkanhänger oder Fensterbild weiterverwenden. Bei uns gibt es dafür Ausmalbilder zu Weihnachten und Ausmalbilder rund um den Winter – alle kostenlos zum Ausdrucken.

Und wenn der Baumschmuck steht, fehlt nur noch das Zählen bis Heiligabend: Adventskalender selber basteln – 6 Ideen zum Nachbauen und Füllen, inklusive der Zahlen 1 bis 24 zum Ausdrucken.

Lernziele:
  1. Ursache und Wirkung: Aus Mehl, Salz und Wasser wird ein Teig, aus dem Teig wird ein harter Stern. Kinder erleben eine Materialveränderung, die sie selbst ausgelöst haben.
  2. Feinmotorik und Kraftdosierung: Kneten, Ausrollen, Ausstechen und das gleichmäßige Drücken eines Handabdrucks trainieren Fingerkraft und die Fähigkeit, Druck zu dosieren.
  3. Warten aushalten: Zwei Tage Trockenzeit sind eine echte Übung – und ein gutes Beispiel dafür, dass manche Dinge Zeit brauchen und nicht schneller gehen, wenn man drängelt.
  4. Freude am Schenken: Eine selbst gestaltete Karte für die Großeltern macht erfahrbar, dass Schenken auch Geben ist und nicht nur Bekommen.
  5. Farben mischen: Beim Bemalen der Anhänger entstehen aus Rot und Gelb Orange, aus Blau und Weiß Hellblau – nebenbei und ohne Farbenlehre.
Basteln - Weihnachtsbasteln mit Kindern: Karten und Christbaumschmuck
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