Wichteltür basteln mit Kindern: Tür, Wichtel und Ideen für den Advent
Benötigte Materialien:
Eine Wichteltür ist eine kleine Tür, die ab dem 1. Dezember an einer Fußleiste steht und so tut, als wohne dahinter jemand. Das meiste dafür liegt schon im Haus. Die Preise sind Bastel- und Baumarktpreise aus Deutschland, Stand November 2026.
Für die Tür aus Pappe (ab 4 Jahren):
- Fester Karton, zum Beispiel ein Stück Umzugs- oder Schuhkarton, etwa 12 × 18 cm – aus dem Altpapier, 0 Euro
- Acrylfarbe in Rot, Grün oder Blau, dazu etwas Weiß und Schwarz – kleine Töpfchen ab 1,50 Euro, meist vorhanden
- Pinsel, Bleistift, Lineal, Schere
- Eine Holzperle (8 bis 10 mm) oder ein Knopf als Türknauf – aus der Bastelkiste
- Klebeknete (Poster-Haftknete) zum Befestigen, etwa 2 Euro – hält an Fußleisten und Tapete und lässt sich rückstandslos abnehmen
- Optional: ein kleiner Streifen Filz als Fußmatte, Reste
Für die Tür aus Holz (ab 8 Jahren, Zuschnitt durch Erwachsene):
- Balsaholzbrettchen 3 mm, 10 × 30 cm – 3 bis 4 Euro im Bastelladen. Balsa lässt sich mit einem Cuttermesser schneiden, dafür ist keine Säge nötig.
- Vier Eisstiele oder dünne Holzleisten für Rahmen und Querbalken – Eisstiele 100 Stück etwa 3 Euro
- Holzleim, Schleifpapier 120er
- Acrylfarbe und Klarlack auf Wasserbasis, optional
- Winziges Scharnier aus dem Modellbau, 2er-Pack etwa 3 Euro – nur, wenn die Tür wirklich aufgehen soll
Für die Wichtel:
- Wollwichtel (ab 5 Jahren): Wollreste in Grau, Rot und Hautfarbe, ein Stück Pappe als Pompon-Schablone, Schere. Kosten: Reste, sonst ein Knäuel ab 2 Euro.
- Holzperlen-Wichtel (ab 6 Jahren): Holzperle 20 bis 25 mm (etwa 4 Euro für 20 Stück), Filzrest für den Hut, Watte oder helle Wolle für den Bart, Bastelkleber.
- Korkenwichtel (ab 4 Jahren): ein Korken, Filzrest, Wolle – alles Reste.
Für das Zubehör: Eisstiele für die Leiter, ein Stück Filz als Teppich, Papierreste für Mini-Briefe, Zimt oder Mehl für Fußspuren, eine leere Streichholzschachtel als Bett.
Ehrliche Einordnung: Die Pappvariante mit Wollwichtel kostet unter 5 Euro, wenn Farbe und Wolle da sind. Die Holztür mit Scharnier und Lack landet bei etwa 12 Euro und ist dafür mehrere Jahre haltbar. Teurer wird es nur, wenn man fertige Miniaturmöbel kauft – die sind der Teil, den Kinder am liebsten selbst bauen.
Was man nicht kaufen sollte: Fertige Wichteltüren aus dem Deko-Regal mit eingebauter Lichterkette und Batteriefach. Sie kosten 15 bis 25 Euro, nehmen Kindern genau den Teil ab, der Spaß macht, und das Batteriefach ist bei kleinen Geschwistern ein Risiko. Ebenso wenig gebraucht werden echte Teelichter: Eine Wichteltür steht auf Fußbodenhöhe, oft neben Vorhang oder Teppich.
Anleitung:

Die Wichteltür ist ein Dezember-Ritual, das ohne Geschenke auskommt: Eine kleine Tür erscheint an der Fußleiste, und ab dem 1. Dezember passiert dort jeden Tag eine Kleinigkeit. Unten stehen zwei Türen – eine aus Pappe ab vier Jahren, eine aus Holz ab acht –, drei Wichtel zum Selbermachen, das Zubehör und 24 Ideen, die weder Süßigkeiten noch Spielzeug brauchen.
Zuerst: Platz und Regeln festlegen
Dieser Teil wird meist übersprungen und entscheidet, ob das Ritual vier Wochen trägt.
- Den Platz wählen: eine Fußleiste in einem Raum, in dem die Familie abends zusammen ist. Nicht im Flur, wo niemand hinschaut, und nicht im Kinderzimmer direkt neben dem Bett – dort wird abends jede Bewegung zur Frage.
- Nicht hinter einen Heizkörper, Vorhang oder eine Tür: Dort wird die Tür angestoßen und die Klebeknete gibt nach.
- Die Regel absprechen: An der Tür wird nicht gezogen, geklopft wird nur leise, und nachgeschaut wird nicht dahinter. Kinder halten sich daran, wenn die Regel vorher erklärt wird: Wichtel sind scheu und ziehen aus, wenn jemand sie sehen will.
- Die Aufwandsfrage ehrlich klären: 24 Tage mit täglicher Überraschung sind für Erwachsene viel. Wer das am 2. Dezember merkt, hat ein Problem. Zwei Varianten funktionieren besser: der Wichtel kommt nur an den vier Adventssonntagen, oder er meldet sich zwei- bis dreimal pro Woche. Kinder fragen nicht nach der Frequenz – sie fragen, ob etwas passiert ist.
- Für mehrere Kinder: eine Tür für alle, nicht eine pro Kind. Sonst entsteht Vergleichen, wo Gemeinsamkeit gemeint war.
1. Wichteltür aus Pappe (ab 4 Jahren, 30 Minuten plus Trockenzeit)
Material: fester Karton, Acrylfarbe, Pinsel, Schere, Holzperle, Klebeknete. Dauer: 30 Minuten plus 1 Stunde Trocknen. Hilfe nötig: beim Ausschneiden des Kartons.
- Auf den Karton ein Rechteck von etwa 10 cm Breite und 15 cm Höhe zeichnen. Oben die Ecken abrunden oder einen Spitzbogen zeichnen – eine runde Tür sieht sofort nach Wichtel aus, eine eckige nach Schrank.
- Ein Erwachsener schneidet das Rechteck aus. Fester Karton ist für Kinderscheren zu dick; das Kind zeichnet, der Erwachsene schneidet.
- Die Tür in der Grundfarbe anmalen und etwa 30 Minuten trocknen lassen. Zwei dünne Schichten decken besser als eine dicke und wellen die Pappe weniger.
- Mit einem feinen Pinsel oder einem Filzstift Bretterfugen aufmalen: zwei bis drei senkrechte Linien und zwei waagerechte Querbalken. Diese Linien machen aus einem Rechteck eine Tür.
- Die Holzperle als Knauf aufkleben, etwa auf zwei Dritteln der Höhe und zwei Zentimeter vom Rand – wie bei einer echten Tür. Ein Knauf in der Mitte sieht falsch aus, ohne dass man sagen kann, warum.
- Optional einen Briefschlitz, eine Hausnummer aus Papier oder ein kleines Fenster aus gelbem Transparentpapier ergänzen.
- Vier Kugeln Klebeknete auf die Rückseite drücken und die Tür an die Fußleiste setzen. Nicht kleben – Klebeknete lässt sich im Januar rückstandslos abnehmen, doppelseitiges Klebeband reißt Farbe von der Leiste.
Warum Pappe für Vierjährige die richtige Wahl ist: Alle Arbeitsschritte außer dem Schneiden kann das Kind selbst. Und wenn die Tür im zweiten Jahr verbeult ist, wird eine neue gebaut – das ist kein Verlust, sondern der nächste Bastelnachmittag.
2. Wichteltür aus Balsaholz (ab 8 Jahren, 45 Minuten plus Trockenzeit)
Material: Balsabrettchen 3 mm, Eisstiele, Holzleim, Schleifpapier, Acrylfarbe. Dauer: 45 Minuten plus 2 Stunden Trocknen. Hilfe nötig: beim Schneiden mit dem Cuttermesser – das macht ein Erwachsener.
- Auf dem Balsabrettchen die Türform anzeichnen: 10 cm breit, 15 cm hoch, oben gerundet.
- Ein Erwachsener schneidet. Balsa wird mit dem Cuttermesser am Lineal in mehreren leichten Zügen geritzt, nicht in einem kräftigen. Unterlage nicht vergessen. Kinder schneiden hier nicht mit, auch nicht mit Aufsicht – das Messer rutscht im weichen Holz leicht ab.
- Die Kanten mit Schleifpapier brechen, bis sie sich glatt anfühlen. Das darf wieder das Kind machen, es dauert zwei Minuten und ist der Schritt, der das Ergebnis am meisten verändert.
- Zwei Eisstiele auf Türbreite kürzen und als Querbalken aufleimen, zwei weitere als seitlichen Rahmen. Beschweren und eine Stunde trocknen lassen.
- Anmalen, trocknen lassen, optional mit wasserbasiertem Klarlack überziehen.
- Wer möchte, setzt ein Modellbauscharnier an die Seite und leimt einen zweiten, etwas größeren Rahmen als Zarge an die Wand – dann lässt sich die Tür wirklich öffnen. Ohne Scharnier steht sie einfach davor, und das reicht völlig.
Warum erst ab acht: Nicht wegen der Tür, sondern wegen der Geduld. Leimen, beschweren, warten, schleifen, lackieren – fünf Schritte mit Pausen dazwischen. Jüngere Kinder bauen die Pappvariante und haben am selben Nachmittag ein Ergebnis.
3. Wollwichtel mit Pompon-Bart (ab 5 Jahren, 25 Minuten)
Material: Wollreste, Pappe, Schere. Dauer: 25 Minuten. Hilfe nötig: beim Durchschneiden des Pompons.
- Aus Pappe zwei Ringe von etwa 5 cm Außen- und 2 cm Innendurchmesser schneiden und aufeinanderlegen.
- Das Kind wickelt helle Wolle um den Ring, bis das Innenloch fast zu ist. Je mehr Wolle, desto dichter der Bart – hier lohnt sich Ausdauer.
- Ein Erwachsener schneidet die Wolle am Außenrand zwischen den beiden Pappringen durch, legt einen Faden dazwischen und knotet ihn fest zusammen. Danach die Pappe entfernen und den Pompon rundschneiden.
- Aus rotem Filz oder Tonpapier einen Halbkreis von 8 cm schneiden, zu einem Kegel rollen und kleben – das ist die Mütze.
- Mütze auf den Pompon setzen, sodass sie fast bis zum Bart reicht. Das ist der ganze Trick an einem Wichtel: Zwischen Mützenrand und Bart bleibt nur ein Streifen Platz für die Nase. Alles andere verschwindet – und genau dadurch sieht die Figur freundlich aus.
- Eine Holzperle oder eine Filzkugel als Nase aufkleben.
Für Kita und Gruppen: Pappringe vorschneiden, dann schaffen zwölf Kinder das in einer halben Stunde. Zwei Erwachsene reichen, weil nur das Durchschneiden Hilfe braucht.
4. Holzperlen-Wichtel und Korkenwichtel (ab 6 beziehungsweise 4 Jahren, je 20 Minuten)
- Holzperlen-Wichtel: Eine große Holzperle ist der Kopf. Aus Filz einen Kegel als Mütze kleben und so aufsetzen, dass er über das Perlenloch reicht. Watte oder helle Wolle als Bart unter den Mützenrand kleben, Nase aufmalen. Für den Körper einen zweiten Kegel aus Filz rollen und die Perle daraufsetzen.
- Korkenwichtel: Der Korken ist der Körper, die Mütze wird direkt auf das obere Ende geklebt, der Bart aus Wolle davor. Fertig in zehn Minuten und das Modell, das auch Vierjährige allein hinbekommen.
Sicherheitshinweis zu Kleinteilen: Holzperlen, Filzkugeln und Korken sind für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet – sie passen in den Mund und in die Luftröhre. Wer kleinere Geschwister hat, stellt die Wichtel außer Reichweite auf ein Regalbrett und nimmt für die Tür selbst den aufgemalten Knauf statt der Perle.
5. Zubehör: Leiter, Teppich, Briefkasten (ab 5 Jahren, je 10 bis 20 Minuten)
Das Zubehör ist der Teil, an dem Kinder am längsten weiterbauen – und der Teil, den man nicht kaufen muss.
- Leiter: Zwei Eisstiele als Holme, kurze Streichhölzer ohne Kopf oder Zahnstochstücke als Sprossen dazwischenleimen. Eine Leiter, die an der Tür lehnt, erzählt mehr als jede Deko.
- Teppich: Ein Rechteck Filz von 5 × 8 cm, an den Schmalseiten mit der Schere eingeschnitten – das gibt Fransen.
- Briefkasten: Eine leere Streichholzschachtel aufrecht an die Wand kleben, Schlitz aufmalen. Darin finden sich die Antworten des Wichtels.
- Bett: Dieselbe Streichholzschachtel liegend, mit einem Stück Stoff als Decke.
- Fußspuren: Ein Hauch Mehl oder Zimt auf dem Boden vor der Tür, mit dem kleinen Finger in Spuren getupft. Zimt riecht gut und saugt sich nicht fest; Mehl ist unsichtbarer, wenn der Boden hell ist.
24 Wichtelideen ohne Geschenke
Ein Wichtel, der jeden Tag etwas mitbringt, wird teuer und endet als zweiter Adventskalender. Diese Ideen kosten nichts und funktionieren besser, weil sie Spuren hinterlassen statt Dinge.
- Winzige Fußspuren aus Zimt führen von der Tür zur Küche.
- Ein Brief in Miniaturschrift liegt vor der Tür: „Ich bin angekommen."
- Die Leiter lehnt plötzlich an der Fensterbank.
- Ein Kuscheltier sitzt morgens vor der Wichteltür, als hätte es gewartet.
- Der Wichtel hat ein Puzzleteil mitgenommen und gegen eine Nuss getauscht.
- Eine Mini-Wäscheleine mit Papierhandschuhen hängt zwischen zwei Stuhlbeinen.
- Vor der Tür liegt ein Tannenzweig, der gestern noch draußen war.
- Der Wichtel bittet in einem Brief um ein Bild für seine Wand.
- Ein Streichholzschachtel-Koffer steht gepackt vor der Tür – der Wichtel war verreist.
- Eine Spur aus drei Rosinen führt unter das Sofa.
- Der Wichtel hat die Schuhe im Flur paarweise sortiert.
- Ein Zettel: „Heute ist Vorlesetag. Sucht ein Buch aus."
- Eine winzige Schneeflocke aus Papier klebt an der Tür.
- Der Wichtel hat sich eine Socke ausgeliehen und als Schlafsack benutzt.
- Ein Brief stellt eine Frage, die das Kind beantworten soll – der Briefkasten ist dafür da.
- Vor der Tür liegt ein Stück Wolle: Material für den nächsten Bastelnachmittag.
- Der Wichtel hat einen Keks angeknabbert und die Krümel liegen lassen.
- Ein Mini-Schlitten aus zwei Eisstielen steht bereit.
- Der Wichtel hat die Kuscheltiere in einer Reihe aufgestellt – Publikum für ein Lied.
- Ein Zettel: „Draußen ist etwas versteckt." Dann eine Nuss im Blumentopf.
- Die Tür steht einen Spalt offen, dahinter ist nur Wand – kurz und wirkungsvoll.
- Der Wichtel hat ein ausgemaltes Bild zurückgelassen, das er angeblich selbst gemalt hat.
- Ein Brief mit der Bitte, am 24. die Tür offen zu lassen.
- Am 24. Dezember: eine letzte Nachricht und ein kleiner Gruß zum Abschied bis nächstes Jahr.
Der Trick bei allen 24: Sie dauern abends höchstens zwei Minuten. Was länger dauert, wird in der zweiten Dezemberwoche nicht mehr gemacht – und eine Tür, hinter der nichts mehr passiert, enttäuscht mehr, als wenn der Wichtel von Anfang an nur sonntags kommt.
Der Zeitplan bis zum 1. Dezember
- Mitte November: Tür basteln. Farbe und Leim brauchen Trockenzeit, und die Tür soll nicht am 30. November abends noch kleben.
- Dritte Novemberwoche: Wichtel und Zubehör bauen. Das ist der Nachmittag, der am meisten Spaß macht.
- Bis 29. November: Platz aussuchen, Fußleiste abstauben – auf Staub hält Klebeknete schlecht.
- 30. November abends: Tür anbringen, wenn die Kinder im Bett sind.
- 1. Dezember morgens: Die Tür ist da. Das ist der Moment, für den die ganze Arbeit war.
- 6. Januar: Abbauen. Ein Abschiedsbrief macht das Ende zu einem Teil der Geschichte statt zu einem stillen Verschwinden.
Welche Idee passt zu welchem Alter?
- Ab 4 Jahren: Papptür und Korkenwichtel. Kein Messer, kein Heißkleber, Ergebnis am selben Nachmittag.
- Ab 5 Jahren: Wollwichtel und Zubehör. Wickeln und Kleben sind gut zu schaffen.
- Ab 6 Jahren: Holzperlen-Wichtel mit Filzkegel – verlangt genaues Kleben.
- Ab 8 Jahren: Balsaholztür mit Rahmen und Lack. Mehrere Arbeitsgänge über zwei Tage.
- Unter 3 Jahren: zuschauen und die Tür anschauen, aber keine Kleinteile in Reichweite.
Sicherheit und Aufsicht
- Keine echten Kerzen und keine Teelichter: Eine Wichteltür steht auf Fußbodenhöhe, oft neben Vorhang, Teppich oder Kabel. Wenn Licht sein soll, dann eine LED-Teelichtkerze mit verschraubtem Batteriefach.
- Knopfzellen: LED-Teelichter enthalten Knopfzellen. Verschluckt sind sie lebensgefährlich. Nur Modelle mit verschraubtem Fach verwenden und außer Reichweite kleiner Kinder anbringen.
- Kleinteile: Holzperlen, Filzkugeln, Korken, Streichholzschachteln – nichts davon gehört in die Hände von Kindern unter drei Jahren.
- Streichhölzer: Für die Leiter nur abgebrannte oder gekürzte Hölzer ohne Zündkopf verwenden, und die Schachtel danach wegräumen.
- Cuttermesser: Nur Erwachsene, nur mit Schneidunterlage, Klinge nach jedem Projekt einfahren.
- Heißkleber: Für alle Ideen hier nicht nötig. Bastelkleber und Holzleim reichen und sind für Kinderhände geeignet.
- Befestigung: Klebeknete statt Nagel, Schraube oder doppelseitigem Klebeband. In Mietwohnungen ist das der Unterschied zwischen Dekoration und Schaden.
- Zimt: Für die Fußspuren reicht eine Prise. Zimt in größeren Mengen reizt die Atemwege, und auf hellem Teppich hinterlässt er Flecken – auf glattem Boden ist er die bessere Wahl.
Wenn Kinder nachfragen
Spätestens im zweiten Jahr kommt die Frage, ob der Wichtel echt ist. Bewährt hat sich eine Gegenfrage: „Was glaubst du?" Ältere Kinder, die es durchschaut haben, werden damit oft zu Mitwissern und stellen abends selbst die Leiter um – für die jüngeren Geschwister. Das ist ein guter Ausgang für diese Geschichte, weil niemand bloßgestellt wird und das Ritual bleibt.
Wenn ein Kind Angst bekommt, dass nachts jemand in der Wohnung ist, hilft nur eine klare Antwort: Der Wichtel ist ein Spiel, das wir zusammen spielen, und niemand ist nachts da. Diese Antwort beendet das Spiel für dieses Kind – und das ist richtig so.
Was noch dazu passt
Wer die Tür gebaut hat, braucht ab dem 1. Dezember einen Kalender daneben: Sechs Varianten stehen im Adventskalender selber basteln. Der passende Kranz für den Tisch findet sich im Adventskranz basteln mit Kindern, Fenster und Scheibe im Fensterbilder für Weihnachten basteln. Wenn der Wichtel ein Bild für seine Wand erbittet, liefern die Advent Ausmalbilder und die Winter Ausmalbilder die Vorlage – im Miniaturformat ausgedruckt passt ein ausgemaltes Motiv genau neben die Tür.
Lernziele:
Eine Wichteltür ist Bastelarbeit mit Fortsetzung: Das Bauen dauert einen Nachmittag, das Spiel fünf Wochen. Diese Zeitspanne ist der eigentliche Lernanlass.
- Maßstab verstehen: Wie groß ist eine Tür für jemanden, der zehn Zentimeter misst? Kinder rechnen hier zum ersten Mal von einer Figur auf ein Möbelstück zurück – und merken beim Teppich, dass er zur Tür passen muss, nicht zur eigenen Hand.
- Proportion am Gesicht: Beim Wichtel entsteht das freundliche Gesicht nur, wenn Mütze und Bart fast zusammenstoßen. Ein paar Millimeter Unterschied verändern den Ausdruck vollständig. Das lässt sich ausprobieren, bevor geklebt wird.
- Material nach Aufgabe wählen: Pappe geht schnell und hält ein Jahr, Balsaholz dauert und hält zehn. Beides ist richtig – für verschiedene Ansprüche. Diese Abwägung treffen Kinder hier selbst.
- Warten können: Leim braucht eine Stunde, Farbe zwei Schichten. Wer dazwischen weiterarbeitet, ruiniert das Ergebnis. Trockenzeiten sind die geduldigste Lehrerin im Bastelzimmer.
- Erzählen statt besitzen: Die 24 Ideen hinterlassen Spuren, keine Gegenstände. Kinder erfinden dazu Geschichten – und merken, dass eine umgestellte Leiter mehr Freude macht als ein weiteres Plastikteil.
- Eigene Ideen ins Ritual einbringen: Ab dem zweiten Jahr erfinden Kinder selbst, was der Wichtel tun könnte. Wer darf mitplanen, übernimmt Verantwortung für das Gelingen.
- Schreiben mit Anlass: Der Briefkasten verlangt Antworten. Für Erstklässler ist ein Brief an einen Wichtel der Grund, freiwillig zu schreiben – kürzer, aber ernster als jede Hausaufgabe.
- Rücksicht auf fremdes Eigentum: Klebeknete statt Nagel. Dass Dekoration keine Spuren hinterlassen darf, ist eine Regel mit nachvollziehbarem Grund.
- Ein Ende gestalten: Am 6. Januar zieht der Wichtel aus, mit Brief. Dass schöne Dinge enden und man das Ende gestalten kann, ist für Kinder eine wichtige Erfahrung – und nimmt dem Abbauen die Traurigkeit.
Für Eltern: Der häufigste Fehler ist zu viel Aufwand am Anfang. Wer am 1. Dezember eine komplette Miniaturwohnung aufbaut, hat die Messlatte für 23 weitere Tage gesetzt. Klein anfangen – eine Tür, ein Brief – und im Lauf des Dezembers ergänzen, was die Kinder selbst vorschlagen.
Für Kita und Grundschule: Die Papptür funktioniert als Gruppenarbeit mit vorgeschnittenen Rohlingen; etwa 20 Minuten Vorbereitung für zwölf Kinder. In der Gruppe lohnt sich eine gemeinsame Tür im Gruppenraum statt vieler kleiner: Die Kinder bauen dann arbeitsteilig Leiter, Teppich und Briefkasten, und der Briefkasten wird im Dezember zur echten Schreibgelegenheit. Der Wichtel sollte in der Einrichtung an feste Tage gebunden sein – montags und donnerstags –, damit kein Kind enttäuscht nach Hause geht.
