Adventskalender aus Klopapierrollen basteln: Wand, Baum oder Kranz
Benötigte Materialien:
24 Klopapierrollen zu sammeln dauert bei einer vierköpfigen Familie etwa drei Wochen – das ist der eigentliche Grund, jetzt anzufangen und nicht erst Ende November. Wer schneller sein muss, nimmt Küchenrollen und schneidet jede in drei Teile. Preise sind deutsche Bastelpreise, Stand November 2026.
Die Grundausstattung für alle drei Varianten:
- 24 leere Klopapierrollen – 0 Euro. Oder 8 Küchenrollen, in je drei Stücke geschnitten.
- Farbe: Acrylfarbe (kleine Töpfchen ab 1,50 Euro) oder Tonpapier zum Umwickeln (10 Bogen A4 ab 2 Euro). Wasserfarbe funktioniert auf Pappe schlecht, sie zieht fleckig ein.
- Klebestift fürs Papier, Bastelkleber fürs Zusammensetzen
- Schere
- Zahlen: von Hand geschrieben oder unsere Zahlen 1 bis 24 als PDF – Seite 1 hat runde Anhänger, Seite 3 rechteckige Etiketten, die genau auf eine Rolle passen.
Zusätzlich für die Rollen-Wand:
- Heißklebepistole (ab 8 Euro) oder doppelseitiges Montageklebeband (ab 3 Euro) zum Verbinden der Rollen. Die Klebepistole ist Erwachsenensache.
- Ein fester Karton als Rückwand, wenn die Wand freistehen soll – Umzugskarton aus dem Altpapier
Zusätzlich für den Rollen-Baum:
- Nichts weiter – die Rollen werden nur gestapelt und aneinandergeklebt. Das ist die Variante für Familien ohne Klebepistole.
Zusätzlich für den Rollen-Kranz:
- Ein Pappring aus einem Pappteller oder einem Kartondeckel, etwa 35 cm Durchmesser – 0 Euro
- Schnur zum Aufhängen
Zum Verschließen der Rollen (gilt für alle Varianten): Seidenpapier, Butterbrotpapier oder Tonpapierreste. Pro Rolle ein Quadrat von etwa 12 × 12 cm, hineingestopft und mit einem Band zugebunden – oder einfach die beiden Rollenenden flachdrücken und nach innen falten. Letzteres kostet nichts und hält erstaunlich gut.
Ehrliche Einordnung: Wenn die Rollen gesammelt sind und Farbe im Haus ist, kostet dieser Kalender null Euro. Mit gekauftem Tonpapier, Band und Klebepistole landet man bei rund 15 Euro – und hat dann eine Klebepistole, die auch nächstes Jahr noch da ist.
Anleitung:

Der Klopapierrollen-Kalender ist die einzige Variante, die am Materialpreis nicht scheitern kann: Das Hauptmaterial fällt zu Hause ohnehin an. Er ist dafür der Kalender mit der längsten Vorlaufzeit, weil 24 Rollen erst einmal zusammenkommen müssen. In der Übersicht Adventskalender selber basteln steht er als eine von sechs Ideen – hier stehen alle drei Bauformen mit Maßen, Reihenfolge und den Stellen, an denen es klemmt.
Wie viele Rollen kommen zusammen?
Eine Rolle Klopapier hält in einem Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern etwa zwei bis drei Tage. Das heißt: 24 Rollen in rund drei Wochen. Wer am 24. Oktober anfängt zu sammeln, hat Mitte November genug – punktgenau für den Bastelnachmittag.
Abkürzungen, falls die Zeit knapp wird:
- Küchenrollen dritteln: Eine Küchenrolle ergibt drei Rollen von etwa 9 cm. Acht Stück reichen.
- In der Kita oder bei den Großeltern fragen – Kitas sammeln Klopapierrollen fast immer.
- Rollen aus Tonpapier selbst drehen: Ein A4-Bogen quer um eine Flasche gewickelt und zusammengeklebt ergibt eine Rolle. Sieht sauberer aus, kostet aber Papier.
Schritt 0: Alle Rollen vorbereiten
Dieser Schritt gilt für alle drei Bauformen und ist der, bei dem Kinder am meisten mitmachen können.
- Bemalen oder bekleben (ab 3 Jahren, 30 Minuten für 24 Stück). Acrylfarbe deckt auf grauer Pappe am besten. Wer mit Tonpapier arbeitet, schneidet Streifen von 11 × 13 cm – das reicht einmal herum mit etwas Überlappung.
- Trocknen lassen (2 Stunden). Acrylfarbe ist nach 20 Minuten grifffest, aber erst nach zwei Stunden so trocken, dass man die Rollen stapeln kann, ohne dass sie aneinanderkleben. Das ist die Pause, nach der man sinnvollerweise aufhört und am nächsten Tag weitermacht.
- Befüllen (gemeinsam, 20 Minuten). Erst befüllen, dann verschließen, dann aufbauen – in dieser Reihenfolge. Wer die Wand erst zusammenklebt und dann befüllen will, kommt an die hinteren Rollen nicht mehr heran.
- Verschließen (ab 4 Jahren). Entweder beide Enden flachdrücken und die vier Laschen nach innen falten (kostet nichts) oder ein Quadrat Seidenpapier hineinstopfen und mit Band zubinden (sieht besser aus).
- Zahlen aufkleben (ab 4 Jahren). Die rechteckigen Etiketten aus unserem Zahlen-PDF passen genau auf eine Rollenbreite.
Variante 1: Die Rollen-Wand (ab 4 Jahren)
24 Rollen liegend zu einem Rechteck verklebt, die Öffnungen zeigen nach vorn. Das ist die bekannteste Form und die stabilste.
- Rollen in sechs Reihen zu vier Stück legen (oder vier Reihen zu sechs). Erst trocken auslegen, bis die Form steht.
- Jeweils zwei benachbarte Rollen an der Berührungsstelle verkleben – Heißkleber (Erwachsene) oder ein Stück Montageklebeband zwischen die Rollen.
- Reihe für Reihe aufeinandersetzen und ebenfalls verkleben.
- Trocknen lassen, bevor die Wand aufgestellt wird – bei Bastelkleber über Nacht.
- Aufhängen mit zwei Klebehaken oder gegen die Wand lehnen. Ab etwa 24 gefüllten Rollen wird es schwer genug, dass Klebeknete nicht mehr hält.
Der typische Fehler: Alle 24 Rollen gleichzeitig verkleben. Die Wand verzieht sich, weil der Kleber ungleich schnell trocknet. Besser in zwei Hälften arbeiten und diese zum Schluss verbinden.
Variante für Jungen und Mädchen, die es technisch mögen: Die Wand als Hochhausfassade bemalen, jede Rolle ein Fenster. Wer Raketen mag, klebt auf jede Rolle eine Spitze aus einem Papierkreis – dann stehen 24 Raketen in der Reihe. Dieselbe Technik steckt hinter unserem Fernrohr aus Klopapierrollen.
Variante 2: Der Rollen-Baum (ab 4 Jahren)
Die Rollen stehen aufrecht und bilden eine Pyramide: unten sechs, dann fünf, vier, drei, zwei, eine – das sind genau 21. Für 24 nimmt man unten sieben und baut nach oben weiter: 7-6-5-3-2-1 ergibt genau 24 mit einer einzelnen Rolle als Spitze.
- Rollen aufrecht nebeneinanderstellen, Reihe für Reihe.
- Benachbarte Rollen seitlich verkleben, dann die nächste Reihe in die Zwischenräume setzen und von unten ankleben.
- Oben einen Stern aus Tonpapier aufstecken.
- Der Baum steht frei auf einer Kommode oder lehnt an der Wand. Er braucht keine Rückwand, wenn man ihn nicht bewegt.
Der typische Fehler: Den Baum befüllen, wenn er schon steht. Durch die aufrechte Lage fällt alles unten wieder heraus, solange die Rollen nicht am Boden verschlossen sind. Also: unten zuerst verschließen, dann befüllen, dann oben verschließen.
Variante 3: Der Rollen-Kranz (ab 5 Jahren)
24 Rollen strahlenförmig auf einen Pappring geklebt. Von allen drei Formen die schönste und die, die am meisten Geduld verlangt.
- Pappring ausschneiden: ein Kartondeckel oder Pappteller, innen ein Loch von etwa 15 cm.
- Rollen platt drücken, damit sie flacher aufliegen – das macht den Kranz stabiler und spart Platz.
- Die Rollen gleichmäßig im Kreis aufkleben. Trick für die Aufteilung: erst vier Rollen auf 12, 3, 6 und 9 Uhr kleben, dann die Zwischenräume mit je fünf Rollen füllen.
- Zum Schluss mit Tannenzweigen, Zapfen oder Papiersternen auffüllen.
Der typische Fehler: Reihum kleben und hoffen, dass es aufgeht. Am Ende bleiben drei Rollen übrig oder eine Lücke klafft. Deshalb die Viertelung zuerst.
Was in eine Rolle passt
| Passt | Passt nicht |
|---|---|
| Kleine Figuren, Radiergummis, Murmeln (ab 4 Jahren), Haarspangen, Nüsse, Mandarinen, Sammelkarten, aufgerollte Zettel, Stifte, Knüllpapier-Bälle | Alles über etwa 4 cm Durchmesser, Schokoladentafeln, alles Zerbrechliche (die Rolle schützt nicht), alles was schmilzt |
Eine Klopapierrolle fasst deutlich mehr als ein Briefumschlag – das ist der Vorteil dieser Variante gegenüber dem Türchen-Blatt zum Ausdrucken, das nur Flaches aufnimmt.
Sicherheitshinweis: Bei Geschwistern unter drei Jahren gehören Murmeln, Magnete und kleine Perlen nicht in den Kalender. Faustregel: Was durch eine Klopapierrolle fällt, ohne hängen zu bleiben, ist für Kleinkinder zu klein. Die Rolle selbst ist hier praktischerweise die Prüflehre.
Zeitplan bis zum 1. Dezember
| Wann | Was |
|---|---|
| ab sofort | Rollen sammeln. Eine Kiste im Bad aufstellen, sonst landen sie im Altpapier. |
| Mitte November | Bemalen und trocknen lassen – ein Nachmittag plus Nacht. |
| dritte Novemberwoche | Befüllen, verschließen, Zahlen aufkleben. |
| letzte Novemberwoche | Zusammenbauen und aufhängen. Der 1. Advent ist 2026 der 29. November, gebraucht wird der Kalender am 1. Dezember. |
Weiter zum Advent
- Adventskalender selber basteln: 6 Ideen zum Nachbauen und Füllen – die Übersicht mit 24 Füll-Ideen ohne Süßigkeiten.
- Adventskalender Vorlage zum Ausdrucken – 24 Türchen und Klebeplan als kostenloses PDF.
- Fernrohr basteln aus Klopapierrollen – dieselbe Technik, ein Nachmittag.
- Alle Bastelideen für den Advent im Überblick.
Lernziele:
24 Rollen sind 24-mal derselbe Arbeitsschritt. Was nach stumpfer Wiederholung klingt, ist für Kindergarten- und Grundschulkinder die beste Gelegenheit, eine Technik wirklich zu beherrschen statt sie nur einmal auszuprobieren.
- Serienarbeit statt Einzelstück: Beim fünften bemalten Röhrchen wird das Kind schneller und sauberer als beim ersten. Diesen Fortschritt sieht man nebeneinander liegen – sichtbarer wird Üben selten.
- Mengen bündeln: Sechs Reihen zu vier Rollen sind 24. Beim Auslegen der Wand rechnen Kinder diese Aufteilung buchstäblich mit den Händen nach. Das ist der Einstieg ins Multiplizieren, Jahre bevor es so heißt.
- Reihenfolge begreifen: Erst verschließen, dann befüllen, dann bauen. Wer es anders herum macht, merkt es sofort. Solche selbstkorrigierenden Fehler sind lehrreicher als jede Ermahnung.
- Aus Abfall wird etwas: Das Material lag im Bad und war Müll. Kinder, die daraus einen Kalender bauen, verstehen Wiederverwertung an einem Beispiel statt an einem Begriff.
- Trockenzeiten aushalten: Zwei Stunden warten, bis gestapelt werden darf. Das ist die unbeliebteste und nützlichste Lektion des ganzen Projekts.
Altersempfehlung: Bemalen und Befüllen ab 3 Jahren, Verschließen und Zahlen aufkleben ab 4 Jahren, Kranz-Aufteilung ab 5 Jahren. Die Heißklebepistole bedienen ausschließlich Erwachsene – der Kleber wird über 150 °C heiß. Wer ohne Klebepistole arbeiten will, nimmt doppelseitiges Montageklebeband; das hält für einen Dezember problemlos.
