Vogelfutter selber machen mit Kindern: 3 Ideen für den Winter

Benötigte Materialien:

Die Grundmasse ist für alle Varianten gleich und folgt einem Verhältnis, das man sich gut merken kann: ein Teil Fett auf zwei Teile Körner. Aus 250 g Fett und 500 g Körnern werden etwa sechs Futterzapfen oder drei gefüllte Tontöpfe.

Für die Futtermasse

  • 250 g Kokosfett oder Rindertalg (beides gibt es im Supermarkt; Rindertalg beim Metzger ist meist günstiger)
  • 1 Esslöffel geschmacksneutrales Speiseöl, zum Beispiel Rapsöl – ohne Öl wird die Masse steinhart und bröckelt beim ersten Frost ab
  • 500 g Körnermischung: etwa zur Hälfte Sonnenblumenkerne, dazu Haferflocken, Hanfsamen, ungesalzene gehackte Erdnüsse und eine Handvoll Rosinen
  • Ein alter Topf und ein Holzlöffel, die danach fettig bleiben dürfen

Variante 1 – Futterglocke im Tontopf

  • Kleine Tontöpfe mit Loch im Boden, 8–10 cm Durchmesser
  • Jutekordel oder Paketschnur, je 50 cm
  • Ein kurzes Stöckchen pro Topf, etwa 10 cm lang und bleistiftdick – es wird zur Sitzstange

Variante 2 – Futterzapfen

  • Große, trockene und weit geöffnete Kiefern- oder Fichtenzapfen
  • Schnur oder Draht zum Aufhängen

Variante 3 – Apfel-Nuss-Girlande (ganz ohne Fett)

  • Ein Apfel, in 5 mm dicke Scheiben geschnitten
  • Ungesalzene Erdnüsse in der Schale
  • Küchengarn und eine stumpfe Stopfnadel

Das gehört auf keinen Fall ins Vogelfutter: Brot und Backwaren (sie quellen im Vogelmagen und schimmeln schnell), gesalzene oder gewürzte Nüsse, Chips, Essensreste, Milchprodukte sowie Avocado – sie ist für viele Vögel giftig. Ebenfalls tabu sind die Plastiknetze gekaufter Meisenknödel: Vögel verfangen sich darin mit Krallen und Zunge. Alle drei Ideen hier kommen ohne Netz aus.

Sicherheit und Hygiene: Das Fett schmelzen Erwachsene; Kinder rühren erst mit, wenn die Masse auf etwa 35 Grad abgekühlt und handwarm ist. Nach jedem Hantieren mit Futter oder Futterstelle Hände waschen – an Futterplätzen können sich Krankheitserreger sammeln. Die Stopfnadel für die Girlande bedienen Kinder ab etwa sechs Jahren, jüngere fädeln die vorbereiteten Scheiben nur auf.

Anleitung:
Drei selbst gemachte Futterstellen für Vögel hängen an einem verschneiten Wintertag über einem Holztisch: ein kopfüber hängender kleiner Tontopf, gefüllt mit heller Körner-Fett-Masse und mit einem Stöckchen als Sitzstange, ein dick mit Körnern bestrichener Kiefernzapfen an einer roten Schnur und eine Girlande aus getrockneten Apfelscheiben und ungeschälten Erdnüssen. Eine Blaumeise sitzt auf einem kahlen Zweig daneben. Auf dem Tisch stehen eine Holzschale mit Sonnenblumenkernen, Haferflocken und Rosinen sowie ein Holzlöffel, daneben liegt ein Tannenzweig.

Vogelfutter selbst zu machen ist das seltene Winterprojekt, bei dem nach dem Basteln noch etwas passiert: Zwei Tage später sitzt die erste Kohlmeise an der Futterglocke, und das Kind, das die Körner eingerührt hat, steht am Fenster. Drei Varianten, alle ohne Plastiknetz, alle in einer guten Stunde fertig.

Wann wird gefüttert?

Klassisch läuft die Winterfütterung von etwa Ende November bis Ende Februar, also sobald der erste Dauerfrost kommt. Entscheidend ist nicht das Datum, sondern das Wetter: Bei Frost, Schnee und Eisregen finden Vögel kaum noch Insekten und Samen, dann hilft Zufüttern tatsächlich. Ob man das ganze Jahr füttern sollte, ist unter Fachleuten umstritten – für die kalten Monate ist die Empfehlung dagegen eindeutig.

Wichtig ist Verlässlichkeit: Wer anfängt, sollte durchhalten. Vögel gewöhnen sich an eine Futterstelle und fliegen sie gezielt an. Deshalb lieber gleich zwei oder drei Futterglocken herstellen und eine in Reserve kühl lagern.

Die Grundmasse: 1 Teil Fett, 2 Teile Körner

  1. Fett schmelzen (Erwachsene). 250 g Kokosfett oder Rindertalg bei mittlerer Hitze im Topf flüssig werden lassen. Nicht kochen – es muss nur schmelzen.
  2. Öl dazu. Einen Esslöffel Speiseöl unterrühren. Das ist der Schritt, den die meisten Anleitungen weglassen und der darüber entscheidet, ob die Masse bei minus fünf Grad geschmeidig bleibt oder vom Zapfen abbröckelt.
  3. Topf vom Herd nehmen und 500 g Körner einrühren, bis alles gleichmäßig fettig glänzt.
  4. Abkühlen lassen. Etwa 15 Minuten stehen lassen und zwischendurch umrühren, bis die Masse zu einem dicken Brei wird, der sich mit dem Löffel formen lässt. Jetzt – und wirklich erst jetzt – dürfen Kinder ran.

Zu flüssig? Weitere zehn Minuten warten. Zu fest geworden? Den Topf kurz zurück auf die warme Platte stellen, dann wird sie wieder weich.

Variante 1: Futterglocke im Tontopf (ab 4 Jahren)

Zeitbedarf: 20 Minuten plus 3 Stunden Auskühlen. Der Klassiker, weil der Tontopf jahrelang wiederverwendet werden kann.

  1. Kordel vorbereiten. Die Jutekordel von außen durch das Bodenloch ziehen. Innen das Stöckchen quer anlegen und die Kordel fest darum knoten. Das Stöckchen hält die Kordel und wird später zur Sitzstange.
  2. Topf aufstellen. Den Topf mit der Öffnung nach oben in ein Glas oder eine Tasse stellen, damit er nicht umkippt. Die Kordel hängt oben heraus.
  3. Befüllen. Die handwarme Masse löffelweise einfüllen und mit dem Löffelrücken feststopfen. Luftlöcher sorgen später dafür, dass Stücke herausbrechen.
  4. Auskühlen. Drei Stunden an einen kühlen Ort stellen, keinen Deckel darauf. Im Winter reicht der Balkon, sonst der Kühlschrank.
  5. Umdrehen und aufhängen. Der Topf hängt mit der Öffnung nach unten, das Stöckchen ragt darunter heraus. So bleibt das Futter trocken, und die Vögel haben einen Platz zum Landen.

Variante 2: Futterzapfen (ab 3 Jahren)

Zeitbedarf: 15 Minuten plus 1 Stunde Kühlen. Die matschigste und bei kleinen Kindern beliebteste Variante.

  1. Zapfen sammeln und trocknen. Zapfen vom Spaziergang über Nacht auf der Heizung trocknen – dann öffnen sich die Schuppen weit, und zwischen sie passt mehr Futter.
  2. Schnur befestigen. Die Schnur oben zwischen zwei Schuppenreihen legen und fest verknoten. Erst die Schnur, dann das Futter – andersherum klebt alles.
  3. Einstreichen. Die Masse mit den Händen oder einem Löffel zwischen die Schuppen drücken. Hände werden dabei fettig, das gehört dazu; eine Schüssel warmes Wasser bereitstellen.
  4. Wälzen. Den fertigen Zapfen in einem Teller mit losen Sonnenblumenkernen rollen. Sieht besser aus und lockt zusätzlich.
  5. Fest werden lassen. Eine Stunde kühl stellen, dann aufhängen.

Variante 3: Apfel-Nuss-Girlande ohne Fett (ab 3 Jahren)

Zeitbedarf: 20 Minuten, keine Wartezeit. Für Tage ohne Dauerfrost und für Weichfutterfresser wie Amsel und Rotkehlchen, die Kerne gar nicht knacken können.

  1. Den Apfel in 5 mm dicke Scheiben schneiden (Erwachsene). Dünner wird matschig, dicker fällt vom Faden.
  2. Einen Meter Küchengarn an der Stopfnadel verknoten.
  3. Abwechselnd Apfelscheiben und Erdnüsse in der Schale auffädeln. Durch die Schale der Erdnuss gleitet die Nadel leicht; bei den Apfelscheiben hilft ein Erwachsener.
  4. Unten einen dicken Knoten und ein quer eingeklemmtes Stöckchen anbringen, damit nichts abrutscht.

Die Girlande hält zwei bis drei Tage, danach werden die Apfelscheiben braun und sollten ausgetauscht werden.

Wo die Futterstelle hängt

  • Katzensicher: mindestens 1,5 Meter hoch und so, dass sich keine Katze von einer Mauer oder einem Ast heranschleichen kann. Freie Rundumsicht ist Vögeln wichtiger als Deckung.
  • Regengeschützt: unter einem Vordach, einem Balkon oder einem dichten Nadelbaum. Nasse Futtermasse schimmelt innerhalb weniger Tage.
  • Abstand zur Fensterscheibe: entweder ganz nah (unter einem Meter) oder deutlich weiter weg (mehr als drei Meter). Dazwischen liegt der Bereich, in dem Vögel mit voller Geschwindigkeit gegen die Scheibe fliegen.
  • Sauber halten: Herabgefallene Reste regelmäßig wegkehren und die Futterstelle alle ein bis zwei Wochen mit heißem Wasser ausspülen – ohne Spülmittel. Wo viele Vögel fressen, übertragen sich sonst Krankheiten.

Wer kommt da eigentlich?

An einer Futterglocke mit Sonnenblumenkernen erscheinen fast immer zuerst Kohlmeise und Blaumeise, dann Spatzen und Grünfinken, mit etwas Glück ein Kleiber, der kopfüber am Topf hängt. Am Boden darunter suchen Amsel und Rotkehlchen nach heruntergefallenen Resten. Es lohnt sich, eine Strichliste ans Fenster zu hängen: Wer welchen Vogel zuerst sieht, macht einen Strich. Nach zwei Wochen hat die Familie ihre eigene kleine Zählung.

Wer drinnen weitermachen will: Die Winterexperimente mit Eis, Schnee und Frost erklären, warum Wasser in der Vogeltränke zufriert, und aus Naturmaterialien vom selben Spaziergang entsteht ein Windspiel für den Garten.

Lernziele:

Vogelfütterung ist Basteln mit Folgen: Das Ergebnis hängt draußen, wird gefressen und muss nachgefüllt werden. Genau diese Fortsetzung macht den Lernwert aus.

  1. Mengen abmessen (ab 4). Ein Teil Fett, zwei Teile Körner – mit einem Becher als Maß ist das die erste anschauliche Begegnung mit einem Verhältnis. Wer die doppelte Menge will, muss beides verdoppeln.
  2. Aggregatzustände beobachten (ab 5). Festes Fett wird flüssig, kühlt ab und wird wieder fest – und ist danach eine formbare Masse, die die Form des Topfes behalten hat. Dasselbe Prinzip wie bei Wasser und Eis, nur bei einer anderen Temperatur.
  3. Verantwortung übernehmen (ab 5). Eine Futterstelle, die man anlegt, muss man weiterführen. Ein fester Wochentag zum Nachfüllen macht daraus eine Aufgabe, die ein Kind wirklich allein tragen kann.
  4. Arten unterscheiden (ab 5). Kohlmeise und Blaumeise sind der ideale Einstieg: ähnlich groß, klar verschieden gefärbt, beide häufig. Wer sie auseinanderhält, schaut beim nächsten Vogel genauer hin.
  5. Regeln begründen (ab 6). Warum kein Brot? Warum kein Salz? Warum kein Netz? Jede dieser Regeln hat einen nachvollziehbaren Grund, und Kinder merken sich begründete Regeln besser als verbotene Dinge.
  6. Hygiene als Gewohnheit (ab 3). Händewaschen nach dem Füttern gehört zum Ablauf dazu, nicht als Ausnahme, sondern als letzter Arbeitsschritt.

Für Kitagruppen und Schulklassen eignet sich die Futterglocke am besten: Alle Kinder rühren an derselben Masse mit, aber jedes füllt seinen eigenen Topf – und nimmt ihn mit nach Hause.

Drei selbst gemachte Futterstellen für Vögel hängen an einem verschneiten Wintertag über einem Holztisch: ein kopfüber hängender kleiner Tontopf, gefüllt mit heller Körner-Fett-Masse und mit einem Stöckchen als Sitzstange, ein dick mit Körnern bestrichener Kiefernzapfen an einer roten Schnur und eine Girlande aus getrockneten Apfelscheiben und ungeschälten Erdnüssen. Eine Blaumeise sitzt auf einem kahlen Zweig daneben. Auf dem Tisch stehen eine Holzschale mit Sonnenblumenkernen, Haferflocken und Rosinen sowie ein Holzlöffel, daneben liegt ein Tannenzweig.
Teile deine Kreativität mit uns!