Nikolaus basteln mit Kindern: Stiefel, Mütze und Geschenkanhänger

Benötigte Materialien:

Die vier Ideen unten brauchen jeweils eigene Materialien, die genaue Liste steht direkt bei der Anleitung. Das hier ist die Grundausstattung für alle vier – viel davon liegt vermutlich schon im Bastelschrank.

Papier und Stoff:

  • Bastelfilz in Rot, 2 Bögen A4 (etwa 1 bis 2 Millimeter dick). Filz ist hier besser als Papier: Er franst nicht aus und hält das Gewicht von Mandarinen und Nüssen.
  • Tonpapier oder Fotokarton in Rot, 2 Bögen A3
  • Weißes Tonpapier A4 und ein Rest brauner Karton für den Nikolausbart
  • Watte oder Watterundelli zum Aufkleben, etwa 20 Gramm
  • 2 bis 3 braune oder weiße Papiertüten (Frühstückstüten, im Supermarkt etwa 2 Euro für 50 Stück)

Zum Verbinden und Verzieren:

  • Bastelkleber und ein Klebestift. Für Filz auf Filz hält Bastelkleber deutlich besser als ein Klebestift.
  • Rotes und weißes Garn oder Wolle, etwa 2 Meter, plus eine Sticknadel mit stumpfer Spitze
  • Locher, Bleistift, kindersichere Schere, eine normale Schere für Erwachsene
  • Goldener oder weißer Gelstift zum Schreiben auf Rot
  • Geschenkband oder Juteschnur, etwa 1 Meter

Für die Salzteig-Anhänger:

  • 200 g Mehl, 100 g Salz, 125 ml Wasser, 1 EL Öl
  • Nudelholz, Ausstechformen (Stiefel, Stern, Herz), ein Trinkhalm zum Lochstanzen
  • Acrylfarbe oder Fingerfarbe, Pinsel

Was nicht gebraucht wird: Glitzerkleber und Streuglitter. Beides klebt zwei Wochen lang in der Wohnung und auf dem Boden, und keines der vier Projekte wird dadurch besser. Wer Glanz will, nimmt einen Goldstift.

Anleitung:
Fertige Nikolaus-Bastelarbeiten auf einem Holztisch: roter Filzstiefel, Nikolausmütze aus Tonpapier mit Wattrand, Salzteig-Anhänger und eine beklebte Nikolaustüte

Der Nikolaustag ist für Kinder oft der erste richtige Höhepunkt im Dezember – und er hat einen klaren Vorteil gegenüber Weihnachten: Er ist am 6. Dezember, pünktlich, und am Abend vorher muss der Stiefel vor der Tür stehen. Das ist eine Frist, die auch Dreijährige verstehen. Hier sind vier Nikolaus-Ideen, sortiert vom einfachsten zum anspruchsvollsten, jede mit Materialliste, Zeitbedarf und Altersangabe.

Wann ist Nikolaus 2026 – und was muss wann fertig sein?

Der Nikolaustag ist immer der 6. Dezember. 2026 fällt er auf einen Sonntag. Praktisch heißt das: Der Stiefel kommt am Samstagabend, 5. Dezember, vor die Tür. Viele Kitas und Grundschulen feiern schon am Freitag, 4. Dezember – frag dort früh nach dem Termin, denn er verschiebt euren Bastelplan um zwei Tage.

Zeitplan, der aufgeht:

  1. Bis Ende November: Filz, Tonpapier und Papiertüten besorgen. Roter Bastelfilz ist Anfang Dezember in kleinen Schreibwarenläden regelmäßig ausverkauft.
  2. Erstes Dezemberwochenende: Salzteig-Anhänger kneten und backen. Sie brauchen 2 bis 3 Stunden im Ofen plus einen Tag zum Durchtrocknen, bevor sie bemalt werden können.
  3. 2. bis 4. Dezember: Filzstiefel nähen oder kleben. Beim Kleben eine Nacht trocknen lassen, sonst reißt die Naht beim ersten Befüllen.
  4. Jederzeit, auch am 5. Dezember abends: Nikolausmütze und Nikolaustüte. Beide sind in 20 bis 30 Minuten fertig.
  5. 5. Dezember: Stiefel putzen – oder den gebastelten vor die Tür stellen –, füllen, Tür zu.

1. Die Nikolausmütze aus Tonpapier (ab 3 Jahren)

Material: rotes Tonpapier A3, Watte, Klebstoff, Schere, Tacker oder Klebeband. Dauer: 20 Minuten. Alter: ab 3 Jahren mit Hilfe beim Schneiden.

  1. Ein Erwachsener schneidet aus dem roten Tonpapier einen Halbkreis mit etwa 30 Zentimetern Radius. Ein Teller oder eine Schnur mit Bleistift hilft beim Anzeichnen.
  2. Den Halbkreis zu einem Kegel rollen, bis er auf den Kopf des Kindes passt. Jetzt anprobieren, bevor geklebt wird – Kinderköpfe sind unterschiedlich und Tonpapier verzeiht kein zweites Mal.
  3. Die Überlappung mit Klebstoff fixieren und mit zwei Klebebandstreifen innen sichern.
  4. Jetzt das Kind: Watte in kleinen Büscheln rund um den unteren Rand aufkleben, etwa drei Zentimeter breit. Das ist der Pelzrand.
  5. Ein größeres Wattebüschel an die Spitze – das ist die Bommel.
  6. Zum Trocknen 30 Minuten flach hinlegen, dann ist sie tragbar.

Tipp aus der Praxis: Watte hält auf Tonpapier nur mit Bastelkleber, nicht mit Klebestift. Wer keine Watte hat, nimmt Wattepads, die auseinandergezogen werden, oder weiße Kosmetiktücher, die zu Kügelchen geknüllt werden. Beides funktioniert und kostet nichts extra.

Für die Kita-Gruppe: Halbkreise am Abend vorher vorschneiden, dann schaffen fünfzehn Kinder die Mütze in einer halben Stunde. Ein Erwachsener pro Tisch für das Kegelrollen einplanen.

2. Die Nikolaustüte aus der Frühstückstüte (ab 4 Jahren)

Material: Papiertüte, rotes und weißes Tonpapier, Watte, Kleber, schwarzer Filzstift, Geschenkband. Dauer: 25 Minuten. Alter: ab 4 Jahren.

  1. Die Papiertüte flach auf den Tisch legen. Die geschlossene Seite liegt unten, die Öffnung oben.
  2. Aus weißem Tonpapier einen Bart ausschneiden – ein breiter Halbkreis mit Zacken am unteren Rand, etwa so breit wie die Tüte. Das Zackenschneiden ist der Teil, den Kinder am liebsten machen.
  3. Aus rotem Tonpapier ein Dreieck für die Mütze schneiden, oben so breit wie die Tüte.
  4. Das Kind klebt das Dreieck ganz oben auf, darunter den Bart, sodass zwischen beiden ein Streifen Tüte frei bleibt – das ist das Gesicht.
  5. Zwei Augen und eine Nase mit Filzstift aufmalen. Bei Jüngeren reichen zwei Punkte.
  6. Watte auf den Mützenrand und als Bommel, etwas Watte oben auf den Bart als Schnurrbart.
  7. Tüte füllen, oben zweimal umknicken und mit Geschenkband zubinden.

Was hineinpasst: zwei Mandarinen, eine Handvoll Nüsse, ein Lebkuchen und ein kleines Spielzeug – mehr trägt eine Frühstückstüte nicht, ohne zu reißen. Wer mehr einpacken will, nimmt zwei Tüten ineinander.

Gute Gelegenheit: Diese Tüte ist auch das schnellste Mitbringsel für Kita-Freunde oder Großeltern. Zehn Stück lassen sich an einem Nachmittag basteln, und jedes sieht ein bisschen anders aus.

3. Der Nikolausstiefel aus Filz (ab 5 Jahren)

Material: 2 Bögen roter Bastelfilz A4, weißer Filzrest oder Watte, weißes Garn, Sticknadel mit stumpfer Spitze, Bastelkleber, Locher, Schere für Erwachsene, Juteschnur. Dauer: 45 bis 60 Minuten, plus eine Nacht Trockenzeit beim Kleben. Alter: ab 5 Jahren beim Kleben, ab 7 beim Nähen.

  1. Eine Stiefelform auf Papier aufzeichnen: etwa 25 Zentimeter hoch, 15 Zentimeter breit am Fuß. Am einfachsten einen echten Kinderstiefel auf das Papier legen und mit zwei Zentimetern Abstand umfahren.
  2. Die Schablone zweimal auf roten Filz legen und ausschneiden. Filz schneidet sich zäh – das macht ein Erwachsener mit der großen Schere.
  3. Variante Kleben (ab 5): Bastelkleber in einem etwa einen Zentimeter breiten Streifen auf eine Stiefelhälfte auftragen – aber nur an Sohle, Ferse und Seiten, oben bleibt offen. Die zweite Hälfte auflegen, mit Büroklammern fixieren und über Nacht unter einem Buch trocknen lassen.
  4. Variante Nähen (ab 7): Mit dem Locher alle zwei Zentimeter Löcher entlang der Außenkante stanzen, oben wieder aussparen. Dann mit weißem Garn und stumpfer Nadel durch die Löcher nähen, immer von außen nach innen. Diese Naht ist für Siebenjährige gut zu schaffen und hält jahrelang.
  5. Oben einen etwa drei Zentimeter breiten Streifen weißen Filz aufkleben, oder Watte als Pelzrand.
  6. Mit dem Goldstift den Namen des Kindes auf den Pelzrand schreiben.
  7. Zwei Löcher in die Rückseite stanzen, Juteschnur durchziehen – so lässt sich der Stiefel an die Türklinke oder an den Treppenpfosten hängen.

Warum Filz und nicht Papier: Ein Papierstiefel reißt beim ersten Mandarinengewicht. Filz hält zwei Mandarinen, Nüsse und einen Schokonikolaus aus und übersteht mehrere Jahre im Weihnachtskarton. Die 3 bis 4 Euro für zwei Filzbögen sind die beste Investition in diesem Artikel.

Sicherheit: Nur stumpfe Sticknadeln verwenden, und die Nadel nach dem Basteln sofort wieder einsammeln. Filz mit der großen Schere schneidet immer ein Erwachsener.

4. Geschenkanhänger aus Salzteig (ab 4 Jahren)

Material: 200 g Mehl, 100 g Salz, 125 ml Wasser, 1 EL Öl, Nudelholz, Ausstechformen, Trinkhalm, Acrylfarbe, Band. Dauer: 30 Minuten Arbeit, 2 bis 3 Stunden Backzeit, 1 Tag Trocknen. Alter: ab 4 Jahren.

  1. Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. Wasser und Öl zugeben und mindestens fünf Minuten kräftig kneten, bis der Teig glatt ist und nicht mehr klebt. Zu klebrig? Esslöffelweise Mehl nachgeben.
  2. Den Teig etwa einen halben Zentimeter dick ausrollen. Dünner bricht, dicker trocknet nicht durch.
  3. Stiefel, Sterne und Herzen ausstechen.
  4. Mit dem Trinkhalm in jedes Teil ein Loch stanzen – jetzt, nicht später. In gebackenem Salzteig lässt sich kein Loch mehr bohren, ohne dass er bricht. Das ist der Fehler, an dem die meisten Salzteig-Anhänger scheitern.
  5. Auf ein Backblech mit Backpapier legen und bei 120 Grad Ober-/Unterhitze 2 bis 3 Stunden backen. Niedrige Temperatur ist entscheidend: Bei 180 Grad wirft der Teig Blasen und wird braun.
  6. Über Nacht an der Luft durchtrocknen lassen, dann mit Acrylfarbe bemalen.
  7. Band durchziehen und als Anhänger an ein Geschenk binden oder in den Stiefel legen.

Warnung, die oft fehlt: Salzteig sieht aus wie Knete und ist keine. Er enthält sehr viel Salz und darf nicht gegessen werden – für Kinder unter drei und für Haushalte mit Hund gilt: nur unter Aufsicht und Reste wegräumen.

Haltbarkeit: Durchgetrocknet und bemalt halten die Anhänger viele Jahre, wenn sie trocken gelagert werden. Feuchtigkeit ist ihr Feind – nicht im Keller aufbewahren.

Welche Idee passt zu welchem Alter?

  • Ab 3 Jahren: Nikolausmütze. Kleben und Watte andrücken, mehr ist nicht nötig.
  • Ab 4 Jahren: Nikolaustüte und Salzteig-Anhänger. Zacken schneiden und Teig ausrollen sind beides gut machbar.
  • Ab 5 Jahren: Filzstiefel in der Klebe-Variante.
  • Ab 7 Jahren: Filzstiefel genäht. Das Ergebnis hält länger und die Kinder sind sichtbar stolzer darauf.

Was gehört in den Stiefel – ohne Süßigkeitenberg?

Der klassische Inhalt ist nicht zufällig: Nüsse, Mandarinen und getrocknete Früchte waren im Dezember früher das, was es gab. Das funktioniert heute noch gut und spart die Diskussion über Schokolade am Frühstückstisch.

  • Zwei Mandarinen und eine Handvoll Walnüsse – klassisch und halten den Stiefel in Form
  • Ein Lebkuchen oder Spekulatius
  • Ein Päckchen Buntstifte oder ein neuer Radiergummi
  • Eine Packung Saatgut für das Frühjahr
  • Ein selbst geschriebener Gutschein: Schlittenfahren, Plätzchenbacken, eine Stunde später ins Bett
  • Ein Salzteig-Anhänger aus Idee 4 – wenn die Kinder sie für die Großeltern gebastelt haben, geht auch einer zurück in den eigenen Stiefel

Hinweis zu Nüssen: Ganze Nüsse und Nussschalen sind für Kinder unter vier Jahren nicht geeignet, es besteht Erstickungsgefahr. Für die Kleinen stattdessen Mandarinen, Trockenobst in Streifen oder Reiswaffeln.

Wie es nach Nikolaus weitergeht

Der 6. Dezember ist der Startschuss, nicht das Finale. Wer die Mütze und den Stiefel fertig hat, braucht als Nächstes Baumschmuck und Karten: Beides steht im Weihnachtsbasteln mit Kindern, inklusive Salzteig-Rezept und Trockenzeiten – der Teig von Idee 4 lässt sich direkt weiterverwenden. Wer noch keinen Adventskalender gebastelt hat, findet dort sechs Varianten und 24 Füll-Ideen ohne Naschkram. Und für die Wochen vor Nikolaus sind die St.-Martins-Laternen der passende Vorlauf. Zum Ausmalen und Verschenken passen die Nikolaus-Ausmalbilder, die Weihnachts-Ausmalbilder und die Engel-Motive.

Zwischen Nikolaus und Heiligabend: Die drei Wochen danach füllen zwei Projekte, die über die ganze Adventszeit hängen bleiben – fünf Sterne im Sterne basteln mit Kindern und fünf Fensterbilder im Fensterbilder für Weihnachten basteln. Beides braucht kein Material, das nicht ohnehin für den Nikolaus gekauft wurde.

Lernziele:

Nikolaus ist für viele Kinder das erste Fest, bei dem sie selbst etwas vorbereiten, statt nur beschenkt zu werden. Darin steckt mehr als Bastelarbeit.

  1. Feinmotorik in vier Varianten: Watte andrücken braucht eine leichte Hand, Filz nähen eine kräftige, Zacken schneiden eine präzise und Salzteig ausrollen eine gleichmäßige. Vier unterschiedliche Bewegungsmuster in einem Projekt.
  2. Nähen lernen: Der Filzstiefel ist für viele Kinder die erste Naht ihres Lebens. Filz ist dafür ideal – er franst nicht, die Löcher sind vorgestanzt, und Fehler lassen sich wieder aufziehen.
  3. Ein Datum einhalten: Der 5. Dezember abends ist eine Frist, die sich nicht verschieben lässt. Kinder planen hier zum ersten Mal rückwärts – was muss wann fertig sein, damit es rechtzeitig klappt.
  4. Mengen und Temperaturen: 200 Gramm Mehl, 125 Milliliter Wasser, 120 Grad, drei Stunden. Salzteig ist angewandte Mathematik, bei der ein Fehler sichtbare Folgen hat.
  5. Warum niedrige Temperatur? Eine gute Frage, die Kinder selbst beantworten können, wenn man einen Anhänger absichtlich bei 180 Grad mitbackt und beide vergleicht. Der Vergleich ist lehrreicher als jede Erklärung.
  6. Schenken statt bekommen: Wenn die Anhänger für Oma und Opa gedacht sind, verschiebt sich etwas. Dass die eigene Arbeit jemand anderem Freude macht, erleben Kinder beim Basteln direkter als beim Kaufen.
  7. Die Geschichte dahinter: Nikolaus von Myra war ein Bischof, der heimlich Bedürftigen half – die Legende von den Goldstücken im Schuh ist der Grund, warum heute Stiefel vor der Tür stehen. Eine Erzählung, die das Fest erklärt, ohne moralisch zu werden.
  8. Maß halten: Die Diskussion darüber, dass Nüsse und Mandarinen in den Stiefel gehören und nicht drei Tafeln Schokolade, lässt sich am gebastelten Stiefel leichter führen als am gekauften – weil das Kind selbst entscheidet, was in sein Werk kommt.

Für Kita und Grundschule: Mütze und Tüte sind Gruppenprojekte und in einer Einheit von 45 Minuten machbar. Die Salzteig-Anhänger brauchen zwei Termine – einen zum Kneten und Ausstechen, einen zum Bemalen –, dazwischen das Backen durch eine erwachsene Person. Der Filzstiefel ist Einzelarbeit und lohnt sich ab der zweiten Klasse als Projekt über zwei Nachmittage.

Kinderhände kleben kleine Wattebüschel auf den unteren Rand einer rot gerollten Tonpapiermütze, daneben liegen Schere, Bastelkleber und Wattepads
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