Schneemann basteln mit Kindern: 4 Ideen ohne Schnee

Benötigte Materialien:

Keine der vier Ideen braucht Schnee, und drei von vier kommen mit Dingen aus, die ohnehin im Haus sind. Gekauft werden muss höchstens die Watte.

Variante 1 – Schneemann aus Papierkreisen

  • Weißes Druckerpapier oder weißer Tonkarton
  • Dunkelblauer oder schwarzer Tonkarton als Hintergrund, DIN A4
  • Drei runde Gegenstände zum Abzeichnen: Teller (ca. 15 cm), Tasse (ca. 9 cm), Schnapsglas oder Teelicht (ca. 5 cm)
  • Oranges und schwarzes Tonpapier für Nase und Hut, Klebestift, Schere

Variante 2 – Watte-Schneemann

  • Eine Packung Wattebausche (50 Stück reichen für drei Bilder)
  • Hellblauer Tonkarton
  • Flüssigkleber – kein Klebestift, daran hält Watte nicht
  • Filzrest oder Stoffband für den Schal

Variante 3 – Socken-Schneemann

  • Eine weiße Socke ohne Muster, Erwachsenengröße (eine einzelne aus der Reste-Schublade ist ideal)
  • Etwa 300 g Reis oder Linsen als Füllung
  • Zwei starke Haushaltsgummis
  • Eine zweite, bunte Socke oder ein Stoffstreifen für Mütze und Schal
  • Oranger Filzrest für die Nase, schwarzer Filzstift für das Gesicht

Variante 4 – Schneemann aus der Papprolle

  • Eine Klopapier- oder Küchenrolle
  • Weiße Acrylfarbe und ein Borstenpinsel
  • Zwei dünne Zweige aus dem Garten für die Arme
  • Schwarzer Tonkarton für den Zylinder, Wollrest für den Schal

Sicherheit und Alter: Knöpfe, Wackelaugen und kleine Filzteile sind für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet – in dieser Altersgruppe werden Augen und Knöpfe aufgemalt statt aufgeklebt. Der Socken-Schneemann mit Reisfüllung ist Deko und kein Wärmekissen; er gehört nicht in die Mikrowelle. Zweige vor dem Basteln absuchen und abbrechen statt abschneiden – so bleibt keine spitze Schnittkante stehen. Eine Heißklebepistole wird nicht gebraucht; falls doch eine zum Einsatz kommt, bedienen Erwachsene sie.

Anleitung:
Vier selbst gebastelte Schneemänner stehen und liegen nebeneinander auf einem Holztisch: ein flacher Schneemann aus drei weißen Papierkreisen mit schwarzem Zylinder und oranger Papiernase auf dunkelblauem Karton, ein Schneemann aus aufgeklebten Wattebäuschen mit blauem Filzschal, ein dicker Schneemann aus einer weißen Socke mit dunkler Strickmütze und rotem Schal sowie ein schlanker Schneemann aus einer weiß bemalten Papprolle mit Zweigarmen. Davor liegen orange Papierschnipsel, eine Schale mit schwarzen Knöpfen, ein Klebestift, eine Kinderschere und ein Wollknäuel.

Der Dezember fällt in den meisten deutschen Städten grün aus, der Wunsch nach einem Schneemann nicht. Diese vier Schneemänner entstehen am Küchentisch: einer flach für die Pinnwand, einer flauschig, einer dick und einer stehend. Sie passen zusammen in eine Fensterbank und decken Alter drei bis acht ab.

Das Größenverhältnis entscheidet über alles

Der häufigste Fehler steckt nicht in der Technik, sondern in den Proportionen: Werden die drei Kugeln gleich groß, sieht der Schneemann aus wie eine Raupe. Als Faustregel funktioniert 3 : 2 : 1 – wenn die untere Kugel 15 cm misst, hat die mittlere 10 cm und der Kopf 5 cm. Und der Kopf sitzt immer auf der mittleren Kugel, nicht daneben; ein Fingerbreit Überlappung beim Kleben macht den Unterschied zwischen Schneemann und Schneehäufchen.

Variante 1: Schneemann aus Papierkreisen (ab 3 Jahren)

Zeitbedarf: 20 Minuten. Das ist der Schneemann für den ersten Bastelnachmittag – alles ist flach, nichts kippt um.

  1. Kreise abzeichnen. Teller, Tasse und Teelicht auf weißes Papier legen und umfahren. Kinder ab vier können das selbst, wenn ein Erwachsener den Gegenstand festhält.
  2. Ausschneiden. Kreise sind für Anfänger schwieriger als Ecken, weil die Schere nicht abgesetzt werden darf. Trick: Das Papier drehen, nicht die Schere.
  3. Aufkleben. Von unten nach oben auf den dunklen Karton, jeweils mit etwas Überlappung. Unten mindestens drei Zentimeter Rand lassen, sonst steht der Schneemann am Blattrand.
  4. Gesicht und Hut. Nase: ein schmales oranges Dreieck von etwa 1 × 3 cm. Hut: ein schwarzes Rechteck plus ein schmaler Streifen als Krempe. Augen, Mund und Knöpfe mit schwarzem Filzstift aufmalen – das geht schneller als kleben und hält besser.
  5. Arme. Zwei dünne Zweige seitlich ankleben oder mit braunem Stift anzeichnen.

Variante 2: Watte-Schneemann (ab 3 Jahren)

Zeitbedarf: 25 Minuten plus 2 Stunden Trockenzeit. Der Schneemann, den auch die Kleinsten allein hinbekommen – Watte verzeiht jede Ungenauigkeit.

  1. Umriss vorzeichnen. Mit Bleistift drei Kreise auf den hellblauen Karton zeichnen. Die Linie dient als Grenze, in der geklebt wird.
  2. Fläche einstreichen. Immer nur eine Kugel auf einmal mit Flüssigkleber einstreichen, sonst trocknet der Kleber an, bevor die Watte darauf liegt.
  3. Watte zupfen und aufdrücken. Die Bausche vorher flach ziehen – aufgedrückte ganze Bausche wirken wie Golfbälle, gezupfte Watte wie Schnee.
  4. Schal, Nase, Gesicht. Ein Filzstreifen von 2 × 15 cm wird über die Naht zwischen Kopf und Körper gelegt und an den Enden angeklebt. Das kaschiert genau die Stelle, an der Watte-Bilder sonst unordentlich aussehen.
  5. Trocknen. Flach liegen lassen, zwei Stunden. Senkrecht aufgestellt rutscht die nasse Watte nach unten.

Variante 3: Socken-Schneemann (ab 5 Jahren)

Zeitbedarf: 30 Minuten. Ohne Nähen, ohne Kleber – gehalten wird alles von zwei Gummis. Dieser Schneemann steht von allein und übersteht auch, dass er ständig angefasst wird.

  1. Socke füllen. Die weiße Socke in ein hohes Glas stellen und den Rand nach außen über das Glas stülpen – dann hat das Kind beide Hände frei zum Einfüllen. Etwa 300 g Reis mit einem Becher einfüllen, bis die Socke prall, aber nicht hart ist.
  2. Erstes Gummi: oben zubinden. Die Socke oberhalb der Füllung fest mit einem Haushaltsgummi abbinden. Den überstehenden Rest nicht abschneiden – daraus wird gleich die Mütze.
  3. Zweites Gummi: Kopf abteilen. Etwa ein Drittel von oben ein zweites Gummi fest herumwickeln. Jetzt entstehen Kopf und Körper. Hier zeigt sich wieder das Verhältnis: Wird zu weit unten abgebunden, bekommt der Schneemann einen Kinderkopf auf Erwachsenenkörper.
  4. Mütze. Den Schaft der bunten zweiten Socke abschneiden, über den Kopf ziehen und oben mit einem Faden abbinden. Erwachsene schneiden, Kinder ziehen auf.
  5. Schal und Gesicht. Stoffstreifen von 3 × 30 cm um den Hals knoten. Augen und Mund mit schwarzem Filzstift auftupfen, die Nase aus orangem Filz ankleben.

Falls nichts standfest bleibt: Vor dem Reis zwei Esslöffel Kieselsteine oder trockene Erbsen in die Sockenspitze geben. Der tiefere Schwerpunkt verhindert das Umkippen.

Variante 4: Schneemann aus der Papprolle (ab 4 Jahren)

Zeitbedarf: 20 Minuten plus Trockenzeit. Aus Resten, die sonst im Altpapier landen – so wie beim Adventskalender aus Klopapierrollen.

  1. Anmalen. Die Rolle innen und außen am oberen Rand weiß streichen. Acrylfarbe deckt auf grauer Pappe am besten und ist nach 20 Minuten grifffest. Zwei dünne Schichten decken besser als eine dicke.
  2. Arme einstecken. Links und rechts mit der Scherenspitze zwei kleine Schlitze setzen (Erwachsene) und die Zweige hineinschieben. Wer das nicht möchte, klebt die Zweige außen an.
  3. Zylinder bauen. Einen Kreis von 7 cm als Krempe ausschneiden, darauf einen kurzen Streifen zum Ring geklebt. Fällt der Hut ab, ist meist die Klebefläche zu klein – eine Lasche am Ring anschneiden und umknicken schafft Fläche.
  4. Gesicht und Schal. Augen und Knöpfe mit Filzstift, Nase aus orangem Papier. Zum Schluss einen Wollrest zweimal um den Hals wickeln.

Wenn doch Schnee fällt

Dann gehören die Papier-Schneemänner ans Fenster und die Kinder nach draußen. Zurück in der warmen Küche passt das Experiment Schnee und Salz – es erklärt, warum der Schneemann auf dem gestreuten Gehweg zuerst verschwindet. Wer lieber malt, findet unter den Winter-Ausmalbildern mehrere Schneemänner, und weitere Ideen für die Vorweihnachtszeit stehen im Advent-Bereich.

Lernziele:

Vier Schneemänner, vier verschiedene Handgriffe – das ist der eigentliche Grund, warum sich der Nachmittag lohnt. Wer nur eine Variante bastelt, übt eine Sache; wer zwei nebeneinander macht, vergleicht.

  1. Größen vergleichen (ab 3). Groß, mittel, klein – und zwar nicht als Wort, sondern als Entscheidung, welcher Kreis nach unten gehört. Das Verhältnis 3 : 2 : 1 ist die erste Begegnung mit Proportionen.
  2. Runde Formen schneiden (ab 4). Kreise sind schwieriger als Rechtecke, weil die Schere in einer Bewegung durchlaufen muss. Der Trick, das Papier zu drehen statt die Schere, ist eine echte Technik und keine Spielerei.
  3. Material und Kleber zuordnen (ab 4). Dass Watte an einem Klebestift nicht hält, lässt sich erklären – oder einmal ausprobieren. Letzteres bleibt besser hängen.
  4. Füllen und schätzen (ab 5). Beim Socken-Schneemann entscheidet das Kind selbst, wann genug Reis drin ist. Zu wenig: Er fällt zusammen. Zu viel: Er wird hart. Diese Rückmeldung kommt ohne Erwachsene aus.
  5. Dreidimensional denken (ab 5). Der Papprollen-Schneemann hat eine Vorder- und eine Rückseite, der Hut muss rundherum passen. Wer vorher nur flach geklebt hat, merkt den Unterschied beim ersten Versuch, den Zylinder anzukleben.

Die Reihenfolge für einen gemeinsamen Nachmittag mit mehreren Altersstufen: Alle fangen mit dem Papierkreis-Schneemann an, während die Erwachsenen die Socke vorbereiten. Die Jüngeren wechseln danach zur Watte, die Älteren zur Socke. So wartet niemand.

Vier selbst gebastelte Schneemänner stehen und liegen nebeneinander auf einem Holztisch: ein flacher Schneemann aus drei weißen Papierkreisen mit schwarzem Zylinder und oranger Papiernase auf dunkelblauem Karton, ein Schneemann aus aufgeklebten Wattebäuschen mit blauem Filzschal, ein dicker Schneemann aus einer weißen Socke mit dunkler Strickmütze und rotem Schal sowie ein schlanker Schneemann aus einer weiß bemalten Papprolle mit Zweigarmen. Davor liegen orange Papierschnipsel, eine Schale mit schwarzen Knöpfen, ein Klebestift, eine Kinderschere und ein Wollknäuel.
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