Schneekugel selber machen mit Kindern: Anleitung mit Glas und Glitzer

Benötigte Materialien:

Eine Schneekugel besteht aus vier Dingen: einem Glas, einer Figur, Wasser und etwas, das den Glitzer bremst. Das Einzige, was man dafür kaufen muss, ist das Glyzerin – alles andere steht meistens schon im Haus.

Das Glas

  • Ein Schraubglas mit möglichst geraden Wänden und gutem Deckel: Marmeladen-, Gurken- oder Honigglas. 200 bis 400 ml sind die beste Größe – groß genug für eine Figur, klein genug zum Schütteln mit Kinderhänden.
  • Der Deckel muss dicht schließen. Verbeulte Deckel und solche mit eingerissener Dichtung aussortieren, die tropfen garantiert.
  • Für Kinder unter 6 Jahren: eine durchsichtige Kunststoffdose mit Schraubdeckel nehmen, etwa eine leere Gewürz- oder Vitamindose. Sie sieht fast genauso aus und überlebt den ersten Sturz vom Tisch.

Die Figur

  • Wasserfest und nicht saugend: Plastikfiguren, Legofiguren, Keramikminiaturen, Flaschenbürsten-Tannenbäumchen aus dem Bastelladen, Kieselsteine, Playmobil.
  • Nicht geeignet: alles aus Papier, Holz, Moos, Filz, Stoff oder Salzteig – es saugt sich voll, verfärbt das Wasser und schimmelt. Auch bemalte Figuren können Farbe abgeben; im Zweifel vorher eine Stunde in einem Glas Wasser testen.
  • Höhe: höchstens zwei Drittel der Glashöhe, sonst stößt die Figur beim Zuschrauben an.

Kleber

  • Wasserfester Alleskleber, Heißkleber oder Sanitärsilikon. Normaler Bastelkleber und Klebestift lösen sich im Wasser auf – dann schwimmt die Figur nach zwei Tagen an der Oberfläche.
  • Heißkleber ist am schnellsten, aber Erwachsenensache. Die Düse wird über 150 Grad heiß.

Füllung

  • Destilliertes Wasser (Bügeleisenwasser, Drogerie oder Baumarkt, etwa 1 Euro pro Liter). Leitungswasser geht auch, wird aber bei hartem Wasser nach Wochen trüb.
  • Glyzerin (Apotheke oder Drogerie, kleine Flasche etwa 3 Euro). Es macht das Wasser zäher, dadurch sinkt der Glitzer langsam statt sofort.
  • Glitzer: grober Kunststoffglitzer oder kleine Kunstschneeflocken aus dem Bastelbedarf. Feiner Streuglitzer wirbelt kurz und klebt dann an der Glaswand.
  • Optional: ein Tropfen Spülmittel gegen Luftbläschen am Glitzer, und ein Stück Band für den Deckelrand.

Alternative ohne Glyzerin: klares Babyöl oder farbloses Haarshampoo statt Wasser. Beides ist von sich aus zähflüssig, der Glitzer schwebt darin besonders schön. Nachteil: Öl lässt sich bei einem Leck schlecht aufwischen, und Shampoo schäumt beim Schütteln.

Anleitung:
Eine selbst gemachte Schneekugel steht auf einem Holztisch vor einem beschlagenen Winterfenster: ein umgedrehtes Schraubglas, dessen Metalldeckel jetzt der Sockel ist, darin ein kleiner verschneiter Tannenbaum und ein braunes Reh, umgeben von weißem Glitzer im Wasser. Daneben eine bruchsichere Variante aus einer durchsichtigen Kunststoffdose mit einem Schneemann darin und ein leeres Glas. Davor liegen eine Flasche Glyzerin, eine Tube wasserfester Kleber, ein Glasschälchen mit weißem Glitzer, eine Kanne mit klarem Wasser und ein rotes Geschenkband.

Eine Schneekugel ist das seltene Bastelprojekt, das aussieht wie gekauft. Der Weg dahin dauert vierzig Minuten, davon sind fünf Minuten Arbeit für das Kind und der Rest Wartezeit – die Kleber muss aushärten, sonst löst sich die Figur. Wer das abkürzt, hat nach drei Tagen ein Glas mit einem schwimmenden Tannenbaum.

Was welches Alter macht

  • Ab 3: Figur aussuchen, Glitzer einfüllen, Wasser eingießen (mit Trichter), schütteln. Kunststoffdose statt Glas.
  • Ab 6: alles außer dem Heißkleber.
  • Ab 10: die ganze Kugel allein, auch das Verkleben, wenn statt Heißkleber wasserfester Alleskleber benutzt wird.

Schritt für Schritt zur Schneekugel

  1. Glas spülen und vollständig trocknen. Auch der Deckel innen. Fettreste verhindern, dass der Kleber hält – das ist der häufigste Grund, warum eine Figur später abfällt. Wer sichergehen will, wischt die Klebefläche vorher mit etwas Spiritus ab (Erwachsene).
  2. Deckel vorbereiten. Die Innenseite des Deckels ist der Boden der späteren Kugel. Glatte Metalldeckel mit feinem Schleifpapier kurz anrauen – darauf hält Kleber deutlich besser.
  3. Sockel bauen (optional). Ist die Figur niedriger als gewünscht, kommt ein Sockel darunter: ein Stück Ofenknete, ein flacher Kieselstein oder ein Korkscheibchen, festgeklebt. So steht die Figur in der Mitte des Glases statt ganz unten.
  4. Figur aufkleben. Reichlich Kleber auf die Unterseite, mittig auf den Deckel setzen, 30 Sekunden andrücken. Zwei Figuren nebeneinander wirken besser als eine in der Mitte – eine große hinten, eine kleine vorn.
  5. Vollständig aushärten lassen. Heißkleber 15 Minuten, Alleskleber und Silikon mindestens 12 Stunden – am besten über Nacht. Das ist der Schritt, der darüber entscheidet, ob die Kugel ein Jahr hält oder eine Woche.
  6. Glas füllen. Destilliertes Wasser bis etwa einen Zentimeter unter den Rand einfüllen. Dann Glyzerin dazugeben – als Faustregel ein Teil Glyzerin auf zehn Teile Wasser, bei einem 300-ml-Glas also etwa zwei Esslöffel. Mehr Glyzerin bedeutet langsameres Sinken, aber auch trüberes Wasser.
  7. Glitzer einstreuen. Ein halber Teelöffel reicht für ein 300-ml-Glas. Zu viel Glitzer ergibt keine Schneekugel, sondern eine undurchsichtige Brühe – lieber nachlegen als überdosieren.
  8. Umrühren und Blasen abwarten. Mit einem Holzspieß umrühren und zwei Minuten stehen lassen, damit die Luftbläschen aufsteigen.
  9. Verschließen. Den Deckel mit der Figur nach unten ins Glas führen und fest zuschrauben. Dabei läuft etwas Wasser über – deshalb gehört dieser Schritt über die Spüle. Je voller das Glas, desto kleiner die spätere Luftblase.
  10. Abdichten. Den Deckelrand von außen mit einer dünnen Raupe Kleber oder Silikon versiegeln und trocknen lassen. Danach umdrehen – der Deckel ist jetzt der Sockel.
  11. Verzieren. Ein Band um den Deckelrand kleben deckt die Klebenaht ab und lässt die Kugel fertig aussehen.

Die bruchsichere Variante für kleine Kinder (ab 3 Jahren)

Zeitbedarf: 15 Minuten, ohne Heißkleber und ohne Glas.

  1. Eine leere, durchsichtige Kunststoffdose mit Schraubdeckel ausspülen und trocknen.
  2. Die Figur mit wasserfestem Alleskleber auf den Deckel kleben – das darf das Kind selbst, der Kleber ist kalt.
  3. Über Nacht trocknen lassen.
  4. Am nächsten Tag mit Wasser, Glyzerin und Glitzer füllen und zuschrauben.
  5. Den Deckel zusätzlich mit einem Streifen Klebeband sichern. Auslaufen ist bei dieser Variante das einzige Risiko – und Wasser mit Glitzer auf dem Teppich ist ärgerlicher als zerbrochenes Glas.

Die trockene Schneekugel – ganz ohne Wasser (ab 2 Jahren)

Für die Kleinsten gibt es eine Variante, bei der nichts auslaufen kann: eine durchsichtige Kunststoffdose, zur Hälfte gefüllt mit groben Kunststoff-Glitzerflocken oder Kunstschnee, dazu ein paar kleine Figuren. Keine Reiskörner, Linsen oder Perlen nehmen – falls die Dose doch aufgeht, sind das Dinge, an denen sich ein Zweijähriger verschlucken kann. Deckel fest zuschrauben und von einem Erwachsenen rundum mit Heißkleber oder Klebeband versiegeln lassen. Beim Drehen rieselt der Inhalt über die Figuren – und beim Schütteln raschelt es. Das ist näher an einer Rassel als an einer Schneekugel, aber für Zweijährige das deutlich bessere Spielzeug – und auch dann gehört es in Reichweite eines Erwachsenen.

Wenn etwas nicht stimmt

  • Der Glitzer sinkt zu schnell: zu wenig Glyzerin. Glas öffnen, einen weiteren Esslöffel zugeben, neu verschließen. Oder gröberen Glitzer nehmen – feiner sinkt schneller, weil er weniger Widerstand hat.
  • Der Glitzer klebt an der Glaswand: Luftbläschen am Glitzer. Ein Tropfen Spülmittel ins Wasser löst das.
  • Das Wasser wird trüb oder riecht: Leitungswasser oder ein saugendes Material im Glas. Mit destilliertem Wasser neu füllen und nur wasserfeste Figuren verwenden.
  • Die Figur schwimmt oben: Der Kleber war nicht wasserfest oder nicht ausgehärtet. Glas leeren, alles trocknen, mit Heißkleber oder Silikon neu kleben und diesmal über Nacht härten lassen.
  • Es tropft am Deckel: Gewinde war nass beim Verschließen. Abtrocknen und von außen mit Silikon nachversiegeln.
  • Große Luftblase oben: Das Glas war nicht voll genug. Eine kleine Blase ist normal und macht das Schütteln sogar sichtbarer.

Sicherheit

  • Glas und Kleinkinder passen nicht zusammen. Unter 6 Jahren die Kunststoffvariante bauen, und eine Glaskugel nie als Spielzeug im Kinderzimmer stehen lassen – sie gehört auf das Regal zum Ansehen.
  • Heißkleber und Spiritus sind Erwachsenensache.
  • Glyzerin ist ungiftig und wird auch in Hautcreme verwendet. Trinken sollte man die Füllung trotzdem nicht – vor allem nicht mit Glitzer darin.
  • Die fertige Kugel nicht in die pralle Sonne oder auf die Heizung stellen: Wärme lässt die Luftblase wachsen und kann den Deckel aufdrücken.

Als Geschenk

Eine Schneekugel ist eines der wenigen Kinder-Bastelgeschenke, die Erwachsene wirklich aufstellen. Wer sie verschenkt, baut sie Anfang Dezember – dann ist der Kleber bis Heiligabend sicher durchgehärtet. Passend verpackt wird sie mit den Ideen aus Geschenke verpacken mit Kindern; ein selbst gemachter Salzteiganhänger mit Namen am Band macht daraus ein Paket, das vollständig aus Kinderhand kommt.

Und wer vom Schnee im Glas noch nicht genug hat: In unseren Winterexperimenten für Kinder geht es um echtes Eis, und der gebastelte Tannenbaum passt als große Variante neben die kleine im Glas.

Lernziele:

Die Schneekugel sieht nach Dekoration aus, ist aber vor allem ein Physikversuch mit schönem Ergebnis. Warum rieselt der Glitzer im Glas langsamer als in der Luft? Weil Wasser zäher ist – und mit Glyzerin noch zäher. Das lässt sich am selben Nachmittag ausprobieren statt erklären.

  1. Zähigkeit begreifen (ab 6). Zwei gleich große Gläser nebeneinander füllen, eines nur mit Wasser, eines mit Wasser und Glyzerin. Gleich viel Glitzer hinein, gleichzeitig schütteln, zuschauen. Der Unterschied ist offensichtlich – und das Kind hat gerade einen Versuch mit Kontrollgruppe gemacht.
  2. Schwimmen und Sinken (ab 5). Warum schwimmt Styropor oben, der Kieselstein aber nicht? Beim Aussuchen der Figuren lässt sich das vorher raten und dann prüfen. Dazu passt unser Versuch mit dem schwebenden Ei aus denselben Überlegungen.
  3. Wasserfest oder nicht (ab 4). Papier weicht auf, Plastik nicht. Ein Probeglas mit je einem Stück Papier, Holz, Stoff und Plastik, eine Stunde stehen lassen und vergleichen – damit ist die Materialauswahl für die Kugel keine Ansage, sondern ein Ergebnis.
  4. Warten können (ab 5). Der Kleber braucht eine Nacht. Dieses Projekt zieht sich deshalb über zwei Tage, und der zweite Tag ist der schöne. Kinder lernen dabei, dass Trockenzeit kein Trödeln ist, sondern zum Bauen gehört.
  5. Sorgfalt lohnt sichtbar (ab 6). Wer das Glas schlecht trocknet, verliert die Figur. Selten ist der Zusammenhang zwischen sauberem Arbeiten und Haltbarkeit so direkt zu sehen.

In Kita und Grundschule: Als Gruppenarbeit funktioniert nur die Kunststoffvariante, und auch die zweigeteilt: An Tag 1 kleben alle Kinder ihre Figur auf den Deckel, an Tag 2 wird gefüllt. Material pro Kind: eine Dose, eine Figur, ein Teelöffel Glyzerin und etwas Glitzer – zusammen unter einem Euro. Wichtig ist nur eine Regel, die vorher ausgesprochen wird: Erst wenn alle fertig gefüllt haben, wird geschüttelt.

Eine selbst gemachte Schneekugel steht auf einem Holztisch vor einem beschlagenen Winterfenster: ein umgedrehtes Schraubglas, dessen Metalldeckel jetzt der Sockel ist, darin ein kleiner verschneiter Tannenbaum und ein braunes Reh, umgeben von weißem Glitzer im Wasser. Daneben eine bruchsichere Variante aus einer durchsichtigen Kunststoffdose mit einem Schneemann darin und ein leeres Glas. Davor liegen eine Flasche Glyzerin, eine Tube wasserfester Kleber, ein Glasschälchen mit weißem Glitzer, eine Kanne mit klarem Wasser und ein rotes Geschenkband.
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